Der Misanthrop

„Oh, wie sie mich anwidern.

Sie stinken.

Ihr Schweiß dringt stetig aus all ihren Poren und dünstet in die Luft, die ich atmen muß. Verpesten diese wiederum mit ihren verfaulenden Atem. Rauchen und Trinken auf das ihr Körper noch mehr verfault. Selbst wenn sie tot sind, verseuchen sie mit ihrem Gestank alles um sich herum.

Dennoch besitzen sie die Unverfrorenheit sich zur Krone der Schöpfung zu erheben. Wenn es einen Gott gibt, sollte er sich schämen für die Erschaffung eines solch verkommenen Wesens.

Und dumm sind sie. Nichts haben sie gelernt und trotzdem maßen sie sich an weise zu sein. All die Jahrtausende waren sie nicht fähig ihre eigene Existenz zu sichern. Immer wieder schlagen sie sich die hohlen Schädel ein. Aus Neid, aus Argwohn. Nur weil einer glaubt, weiser zu sein als der andere. Sie heucheln Wissen und zitieren den Unfug anderer, die wiederum selbst von ihrer Klugheit überzeugt sind.

Ein Wunder, dass sie sich nicht längst selbst ausgerottet haben. Doch ist dies unaufhaltsam. Sie glauben an ihren unnatürlichen Fortschritt und genau dieser zerfrisst ihr Dasein. Bis sie alle gemeinsam ein letztes Mal ihren widerwärtigen Dampf verbreiten, den die Zeit dann im Nichts verteilt, aus dem sie ursprünglich kamen.“

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