Endstation

Ich sehe von meiner Lektüre auf und schaue leicht irritiert aus dem Fenster. Wir fahren noch und draußen zieht die schmutzige graue Wand des U-Bahn-Tunnels vorbei.

Es kommt mir vor, als sei seit der letzten Station sehr viel Zeit vergangen. Normalerweise liegen die Stationen nicht so weit auseinander. Oder war ich durch das Lesen abgelenkt? Ich vergesse darüber häufig die Zeit.

Ich sehe mich im Wagen um. Ich bin wohl nicht der einzige, dem auffiel, daß die nächste Haltestelle überfällig erscheint. Es ist die Endstation für diesen Zug. Manche schauen nervös auf die Uhr.

Wurde die Station denn schon angesagt? Ich kann mich bewußt nicht daran erinnern. Auch ich schaue auf die Uhr. Sie zeigt 15:53. Hatte der Zug zwischenzeitlich gehalten, ohne daß ich es bemerkt habe? Na ja, wir werden sicher jeden Moment einfahren.

Mein Blick wandert durch den Wagen. Diesmal fahren nicht so viele Leute mit, wie sonst um diese Zeit. Ein paar Geschäftsleute, Studenten, Hausfrauen. Jung und alt. Die meisten sind sicher auf dem Weg nach Hause. So, wie ich.

Dieser Zug endet am Hauptbahnhof, wo manche in andere Gefährte umsteigen. So, wie ich.

Heute werden manche ihren Anschluß verpassen. So, wie ich.

Ein Mann mir gegenüber schaut leicht verärgert auf die Uhr und murmelt etwas Unverständliches. Er trägt einen dunklen Anzug und eine stilvolle Krawatte auf weißem Hemd. Er steht auf und geht zu einer der Türen des Zugwagens. Wieder sieht er auf die Uhr und schüttelt den Kopf.

Wir fahren immer noch. Immer noch gibt es keine Ansage der Haltestelle. Immer noch keine Durchsage vom Fahrer.
Immer noch bewegt sich der Zug an der nicht endenwollenden grauen Betonwand entlang.

Langsam werde ich unruhig. Bekomme das Gefühl, daß irgend etwas nicht stimmt. Ich sehe ebenfalls noch einmal auf meine Uhr: 15:57.

Vier Minuten sind seit meinem ersten Blick auf den Zeitmesser vergangen. Davor waren wir bereits mindestens fünf Minuten seit dem letzten Halt unterwegs. So lange braucht der Zug nun wahrlich nicht, um die Strecke zwischen der letzten Haltestelle und der Endstation zu überwinden. Schon gar nicht bei dieser Geschwindigkeit, die sich in den letzten Minuten auch nicht merklich verändert hat.

Ich blicke erneut aus dem Fenster. Der graue Beton. Ab und zu schwirrt ein Mauervorsprung oder eine Lampe vorbei. Blaß und durchsichtig blickt mein Gesicht aus dem Fenster zurück.

Nun werden auch andere Fahrgäste unruhig. Manche beginnen zu diskutieren. Eine ältere Frau schräg gegenüber ruft: „Hat jemand ’ne Ahnung, was hier los is‘? Warum hält der Zug nich‘?“
Niemand gibt ihr eine Antwort. Niemand kann ihr eine Antwort geben. Niemand weiß, was hier los ist. Manche schauen sie an und schütteln den Kopf oder zucken unwissend mit den Schultern.

Grimmige und verängstigte Gesichter. Aus dem Hintergrund höre ich, wie jemand witzelt: „Vermutlich ist der Hauptbahnhof überfüllt und die lassen uns kreisen, bis ein Gleis frei wird.“ Verhaltenes Lachen. Leichtes Lächeln.

Einige scheinen sich genau dies vorzustellen und beruhigen sich ein wenig. „Wird schon so was sein“, sagt der junge Mann neben mir. Ich schaue ihn fragend an.

„Na ja, daß die uns hier in einer Warteschleife fahren lassen, oder so was.“

„Warten muß man doch dauernd“, fügt er hinzu.

„Na ja, ich weiß nicht“, sage ich.

Mein Gefühl sagt mir, daß so etwas nicht sein kann. Ich fahre schon lange, fast jeden Tag, mit der U-Bahn, doch von einer „Warteschleife“ habe ich noch nichts mitbekommen. Man wartet höchstens auf die Einfahrt in die Station. Naturgemäß steht dabei der Zug.

Ich schaue wieder auf die Uhr. 16:02. Fast 15 Minuten, sind wir nun unterwegs. „Wohin?“, kommt es mir in den Sinn. Die Stationen können unmöglich so weit auseinander liegen. Also, wohin werden wir gefahren?

Ich stehe auf und bewege mich in Fahrtrichtung zum anderen Ende des Wagens. Dort befindet sich eine Fahrerkabine. Dies ist einer der Züge, dessen Wagen allesamt als Triebwagen fungieren können. Die Wand, die den kleinen Raum für den Fahrer vom Fahrgastraum trennt, ist meist aus verdunkeltem Glas.

Dort angekommen, versuche ich durch diese Scheibe nach vorn zu sehen. Doch leider ist alles sehr dunkel. Ich kann noch nicht einmal den Wagen vor mir erkennen.

Ich gehe zurück zum Ende des Wagens, welcher auch der letzte ist. Ich sitze immer im Letzten, da er näher beim Ausgang zum Stehen kommt, den ich nehme, wenn ich meinen Anschlußzug rechtzeitig erreichen möchte. Auch dort ist eine Fahrerkabine. Dies ist schon eine geniale Lösung: jeder Wagen eines Zuges kann in beide Richtungen als Triebwagen verwendet werden. Ich versuche hier ebenfalls durch die dunkle Scheibe zu blicken. Doch auch diesmal ist kein Lichtschein auszumachen. Der Tunnel hinter dem Zug ist nicht einzusehen.

Was geht hier vor? Ein unbestimmtes mulmiges Gefühl erfaßt mich.

Die Unruhe unter den anderen Mitfahrern steigert sich deutlich. Manche schimpfen lautstark. Andere schauen nervös auf das vorbeirauschende Grau hinter den Scheiben. Die Frau, die zuvor die Frage stellte, schimpft: „Warum gibt der Fahrer nich‘ mal ’n Kommentar ab? Die lassen uns hier immer schmor’n, wenn ‚was nich‘ stimmt.“

Der Fahrer. Natürlich. An den Türen gibt es doch Rufknöpfe mit Wechselsprechanlage zum Fahrer. Die sollte man mal benutzen. Dann klärt sich womöglich alles.

Ich gehe zur Tür, an der der gut gekleidete Herr mit Anzug steht. Er flucht leise vor sich hin. Ich drücke den Knopf unter dem deutlich „Fahrerruf“ zu lesen steht. „Oh, Mann, das ist mal eine glänzende Idee. Daß ich da nicht drauf gekommen bin“, sagt der Mann im Anzug und lächelt mir entgegen. „Ja, vielleicht hilft’s ja“, sage ich. Doch ich bemerke in meiner Stimme wenig Zuversicht. Mein Gefühl sagt mir, daß dies nichts bringen wird.

Bei gedrücktem Knopf beuge ich mich zur gelochten Platte hinunter, hinter der ich die Wechselsprechelektronik vermute.

„Hallo?“, sage ich, „Hallo? Kann mich jemand hören?“ Nichts. Nur ein leichtes Rauschen, das sich mit dem Fahrgeräusch vermischt.

„Hallo!“, sage ich noch einmal etwas lauter. Ich warte.

„Verdammt noch mal, warum meldet sich denn niemand?“, brüllt der Mann im Anzug plötzlich, der sich zur Sprechmuschel hinüber gebeugt hat. Ich schaue ihn wohl leicht pikiert an, denn er zuckt mit den Schultern und sagt: „Na ja, Entschuldigung. Man sollte halt nicht zu zaghaft mit solchen Leuten reden. Die denken doch sowieso man kann es mit uns machen.“
„Ich sehe das anders“, sage ich, „Aber, wenn Sie der Meinung sind, damit weiter zu kommen als ich. Bitte!“ Ich zeige auf die Sprechanlage, entferne mich und überlasse ihm die weitere Initiative. Innerlich ahne ich bereits, daß der Versuch vergeblich ist, mit dem Fahrer Kontakt aufzunehmen. „Oh, der Herr gibt aber leicht auf“, frotzelt „Anzug“. Er brüllt danach noch zweimal die Lochplatte an. Dann gibt er ebenfalls auf und flucht wieder leise vor sich hin.

Ich setze mich wieder an meinen Platz. Mittlerweile sitzt kaum noch jemand. Ich überlege, was man tun könnte. Warten. Abspringen.

„Vielleicht sollte man die Notbremse ziehen“, höre ich durch meine Grübeleien. Es ist der junge Mann neben mir. Er sieht aus wie ein Student. Zumindest so, wie ich mir einen Studenten vorstelle. Aus seinen Augen fällt ein neugieriger und durchaus intelligenter Blick auf mich. Er trägt eine etwas ausgeleierte khakifarbene Jeanshose, ein olivgrünes Hemd, Revoluzzer-Look a la Che Guevara. Ganz nach dem aktuellen Mode-Hype. Darunter prangt auf einem grauen T-Shirt der Spruch „wer bremst, verliert!“. Sehr passend!

„Wie, bitte?“, frage ich.

„Na ja, ich meine ja nur. Die Notbremse ist doch für Notfälle. Und dies ist doch ein Notfall, nicht wahr!?“

Na klar. Das ist es. Ich lächele ihn an. „Gute Idee“, antworte ich. Er lächelt ebenfalls. Dann stehe ich auf und hebe die Hände.

„Alle mal herhören“, versuche ich mir Aufmerksamkeit zu verschaffen. Niemand reagiert. Fast alle Mitfahrer diskutieren, schimpfen und fluchen. Keiner von denen erkennt bislang ein ernsthaftes Problem an der Situation.

„Hören Sie mir bitte zu“, rufe ich etwas lauter, um die Stimmen und die Fahrgeräusche zu übertönen. Einige drehen sich um. Andere reagieren verzögert. Doch schon bald hört man nur noch die Geräusche des Zuges, wie er mit unverminderter Geschwindigkeit durch den scheinbar endlosen Tunnel donnert und rattert.

„Danke. Bitte setzen Sie sich alle hin und halten sich fest, wir versuchen den Zug mit der Notbremse zu stoppen. Vielleicht erreichen wir so den Fahrer oder können zu Fuß zur nächsten Station laufen.“ Ein zustimmendes und teilweise erleichtertes Stimmengewirr erhebt sich plötzlich. Aus manchen Ecken ertönen Bestätigungen meines Vorschlags.

„Ja. Natürlich.“

„hätte man auch drauf kommen können“

„So naheliegend“

Die meisten Leute setzen sich wieder. Andere bleiben stehen und halten sich fest. So auch „Anzug“, der mich abschätzend anschaut, als wolle er damit andeuten, ich solle mich nicht als Helden hier aufspielen. Habe ich auch nicht vor. Ich will nur endlich raus hier. Und vor allem erfahren, was denn los ist.

Die anderen sehen mir nach, als ich mich ungefähr in die Mitte des Zuges begebe, wo der Hebel für die Notbremse angebracht ist. Der rote Metallgriff ist mit einer kleinen Bleiperle verplombt. Darüber hängt auch ein Nothammer, mit dem man die Scheiben einschlagen kann, wenn dies notwendig erscheint. Auf der Notbremse lese ich den Text „Handgriff nur bei Gefahr ziehen. Mißbrauch wird bestraft.“ Ich zögere.

Die Warnung ist deutlich. Befinden wir uns in Gefahr? Wann ist man in einem U-Bahn-Zug in Gefahr? Genaugenommen fahren wir im Moment nur scheinbar endlos im U-Bahn-Tunnel spazieren, ohne irgendwo zu halten.

„Was ist los? Nun ziehen Sie schon“, höre ich hinter mir jemanden sagen. Ich drehe mich um und blicke in die erwartungsvollen und ängstlich wirkenden Augen einer jungen Frau.

„Ich will hier raus“, setzt sie flehend hinzu. Ich wende mich wieder der Notbremse zu, die mich durch ihre Farbe und den eindringlichen Text regelrecht davor warnt, zu ziehen.

„Wer bremst, verliert“

Zögernd erfasse ich den Griff. Dabei fällt mein Blick auf die Uhr: 16:18. Mittlerweile befinden wir uns rund 30 Minuten in diesem Abschnitt des U-Bahn-Systems, in diesem dunklen, grauen Tunnel ohne Ende. Was passiert nachdem der Zug gestoppt wurde? Wohin sollen wir laufen? Zurück? Nach vorn? Was ist, wenn wir auch zu Fuß im Tunnel verbleiben und keine Station uns endlich freigibt? Hier im Wagen ist es wenigstens hell. Im Tunnel kommen wir ohne Licht vermutlich kaum vorwärts.
Und überhaupt, es wimmelt da draußen womöglich von ekelerregendem Getier. Ratten. Kakerlaken.

Ich erschaudere.

Ich fürchte mich vor den Konsequenzen, die sich ergeben, wenn ich mit Gewalt diesen Zug stoppe. Plötzlich will ich es gar nicht mehr tun. Warum zieht keiner der anderen Fahrgäste daran? Warum ich? Warum zieht denn in den anderen Wagen niemand an einem dieser Griffe? Außerdem befinden wir uns doch nicht in direkter Gefahr.

Rüde werde ich in meinen Gedanken unterbrochen, als „Anzug“ mich zur Seite drängt. „Worauf warten Sie, Mann. Daß man sie höflich darum bittet?“, sagt er schroff. Er faßt entschlossen nach dem Griff.

Als er daran zieht, erscheint mir alles wie in Zeitlupe, obwohl dies nur in wenigen Sekundenbruchteilen vonstatten geht.

Ich sehe, wie der Draht mit der Bleiplombe sich langsam dehnt. Dann spannt sich die Schlaufe, als wolle die Plombe den Vorgang mit aller Kraft verhindern. Eine winzige Verschnaufpause vor dem Unvermeidlichen.

Plötzlich bricht die Bleiperle auf. Der Widerstand ist gebrochen. Der Griff bewegt sich langsam nach unten. Immer weiter schiebt sich der Stift aus dem Gehäuse der Bremse. Schmierig grau vom Fett, das die Führung des Griffs erleichtern soll. Bevor der Stift ganz aus der Bremse gezogen werden kann, blockiert dieser und verharrt endgültig in dieser Position.

Unwillkürlich halte ich mich fest, in Erwartung einen starken Ruck zu spüren, der aufgrund der unverzüglichen Vollbremsung des Zuges auftreten wird. Gleichzeitig schließe ich die Augen. Vielleicht kann ich ja damit der nun folgenden Ungewißheit entfliehen.

Ich weiß nicht wieviel Zeit vergangen ist, als ich vorsichtig wieder die Augen öffne. Was war passiert?

Nichts. Wir fahren immer noch. Irritiert schaue ich den Mann im Anzug an.
Dieser steht fassungslos da. Er öffnet den Mund, um scheinbar wieder irgendeinen Fluch zu versprühen. Doch er bleibt stumm. Sein Mund schließt sich.

Mit plötzlich heraufbrechender Wut erfaßt er wieder den Griff und zieht wie ein verrückt gewordener Affe daran. Nun ist auch seine Stimme wieder zu hören. „Verdammtes Scheißding. Warum bremst Du nicht?“

Entsetzt sehen mich die übrigen Leute an, als sei ich daran Schuld, daß der Zug immer noch fährt. Wie betäubt trete ich zurück. „Anzug“ brüllt und zerrt an der Notbremse. Doch die ist unerbittlich.

Plötzlich werde ich auf den zusätzlichen Text über der Bremse aufmerksam:

„Bei Notbremsung im Tunnel erfolgt der Stillstand des Zuges erst nach Einfahrt in die nächste Station.“

Verständnislos und immer noch verwirrt, tapse ich zum Ende des Wagens zurück und lasse mich auf den Sitz fallen. Der Junge schaut mich ebenfalls verwirrt und fragend an. Ich schüttele den Kopf und zucke mit den Schultern.

„Ich weiß nicht, was das soll“, denke ich. Was nun? Welche Möglichkeiten bleiben uns noch?

Der Zug wird kein bißchen langsamer. Die graue Wand. Die Fahrgeräusche. Das Quietschen der Räder auf den Schienen. Der Fahrtwind. Alles dröhnt in meinen Ohren. Resigniert starre ich vor mich hin und versinke in wirren Gedanken.

Was ist, wenn wir immer so weiterfahren? Oder werden wir irgendwann, irgendwo zum Stehen kommen? Was passiert dann mit uns?

Als meine Gedanken mich wieder freigeben, sind wir mittlerweile über eine Stunde unterwegs. Das Gebrüll und Gekeife des adretten Herrn hat wieder nachgelassen. Resignation macht sich auf seiner Miene breit. Auch die anderen starren fassungslos und teilweise bedrückt. Die Diskussionen sind vorerst verschoben. Man brütet in sich hinein.

Nur der Junge erscheint verhältnismäßig unbeeindruckt. Er hat sich dem Grau zugewandt. Seine Haltung drückt Nachdenklichkeit aus. Ich erkenne dies am Spiegelbild seines Gesichts im Fenster. Hat er womöglich wieder eine Idee? Können wir Hoffnung schöpfen?

„Worüber denken Sie nach?“, frage ich ihn vorsichtig.

„Wie?“

Er dreht sich zu mir, als hätte ich ihn aus den Gedanken aufgeschreckt.

„Was haben Sie gerade überlegt?“, versuche ich es noch einmal.

„Ach so. Entschuldigen Sie“, sagt er verlegen.

„Schon, okay.“

„Mir ist etwas aufgefallen“, setzt er an. „Und zwar an unserer Position.“

„Wie soll ich das verstehen?, frage ich verständnislos.

„Na ja, spüren Sie es nicht?“

„Was denn?“

„Die Lage des Zuges“, erwidert er. Ich stehe auf dem Schlauch. Ich weiß nicht, worauf er hinaus möchte und schaue ihn stirnrunzelnd an.

„Na ja, verstehen Sie nicht. Während der Fahrt wirken doch die Kräfte der Bewegung auf die Mitfahrenden. Und man spürt hier einen leichten Druck nach links, als ob der Zug durch eine Rechtskurve fährt.“ Nun fällt es mir auch auf. Der Junge hat recht. Ohne sichtbare Bezugspunkte, wie eben in einem U-Bahn-Tunnel üblich, achtet man nicht unbedingt auf diese Bewegungen, doch ich spüre schwach diesen leichten Zug oder Druck nach links. Die Fliehkraft, die auftritt, wenn man in eine Kurve fährt.

„Stimmt“, sage ich, „ich kann es auch spüren. Und?“

„Na ja, diesen Eindruck habe ich schon die ganze Zeit, als ob wir tatsächlich im Kreis fahren“, mutmaßt der Junge.

„In einem sehr großen Kreis, denn die Kraft ist nicht sehr stark“, entgegne ich.

„Genau.“

„Also, doch eine Warteschleife“, schlußfolgere ich.

„Nicht ganz. Eher eine Wartespirale.“ Mein Gesichtausdruck in diesem Moment, muß wohl so verdattert aussehen, daß der junge Mann unvermittelt lachen muß. Andere schauen fragend zu uns herüber.

„Oh, ich glaube, ich sollte mich wohl doch etwas deutlicher ausdrücken“, lächelt er. „Ich habe nicht nur den Eindruck, wir beschreiben eine sehr weite Kurve. Ich werde auch das Gefühl nicht los, daß wir dabei auch leicht nach unten fahren. Der Zug scheint ein wenig nach vorn geneigt zu sein.“ Er macht eine bedeutungsvolle Pause und erwartet wohl ein Zeichen des Verstehens von mir.

Nur sehr langsam wird mir bewußt, was er meint. „Wir fahren nach unten“, sage ich vorsichtig. Er nickt. „Und wir beschreiben eine weite Kurve“, füge ich hinzu. Er nickt. Dann vervollständigt er: „Dies ergibt logischerweise automatisch eine Spirale.“ Verunsichert schaue ich auf den Boden des Wagens vor mir.

„Das würde ja bedeuten, wir werden kontinuierlich – quasi – in die Tiefe „geschraubt“, sage ich mit aufblühendem Entsetzen.

„Genau“, erwidert der Student ruhig. Er möchte wohl weitersprechen, doch dazu kommt er nicht. Der Mann mit dem Anzug mischt sich in diesem Augenblick unverblümt in unser Gespräch. „Was quatscht Ihr beiden da?“, fletscht er heraus. Seine Krawatte zerstört nun das zuvor adrette Erscheinungsbild. Sie baumelt halb geöffnet vor seinem blütenweißen Hemd. Der obere Knopf dessen ist geöffnet. Kleine Schweißperlen sitzen höhnisch auf seiner Stirn und unterstreichen den beginnenden Zerfall seiner Fassade. Sein Auftreten steht sowieso im Widerspruch zu seinem Äußeren.

„Was ist?“, trötet er hervor, um meinen Eindruck zu bestätigen. Ich öffne den Mund, um etwas zu antworten, dann lasse ich es und drehe mich bittend zu dem jungen Mann. Mit verstehendem Kopfnicken, gibt er die Antwort: „Wir haben uns gerade gefragt, wo wohl die nette Zugbegleitung abgeblieben ist, die uns mit ihrem Servierwagen frische Getränke und Snacks vorbeibringen könnte. Die wären nun ganz nützlich.“ Frech grinsend verpaßt er „Anzug“ einen Verweis. Diesem fehlen die Worte. Entrüstet kehrt er stumm an seinen Stehplatz bei der Tür zurück. Der Junge zwinkert mir zu. Ich bin baff, aber erleichtert. Die ältere Frau gegenüber, die diese Situation mitbekommen hatte, bestätigt ebenfalls mit einem Kopfnicken.

„Danke“, füge ich hinzu.

„Keine Ursache“, sagt der Junge.

„Was sollen wir nun unternehmen?“, frage ich unsicher.

„Über diese Frage mache ich mir bereits seit einiger Zeit Gedanken“, meint er.

„Doch wird es darauf wohl so schnell keine vernünftige Antwort geben.“ Ein wenig enttäuscht schaue ich ihn an. Wahrscheinlich hatte ich im Stillen die Hoffnung, er wüßte vielleicht einen Ausweg aus unserer Lage. Ich zucke wieder mit den Schultern und Schweigen ersetzt unsere kurze Unterhaltung.

Plötzlich setzt sich die ältere Dame uns gegenüber. „Ihr beide wißt doch ‚was!?“, sagt sie leise, neigt dabei ihren Kopf nach vorn und blickt ein wenig konspirativ von unten herauf. Ihr Alter könnte man leicht auf Mitte Vierzig schätzen. Nicht unbedingt modisch, jedoch ordentlich gekleidet und mit Ihrem rotblonden, leicht zerzausten schulterlangen Haar, wirkt sie sehr sympathisch. Ihre Gesichtszüge sind freundlich, stellenweise jedoch auch ein wenig mystisch. Besonders in den Augen schimmert ein geheimnisvoller Glanz. Im Gegensatz zu den anderen Fahrgästen, die ich flüchtig betrachtet habe, macht sie noch einen sehr gefaßten Eindruck, trotz unserer seltsamen Lage.

„Ich glaube, ich meine, wir glauben“, sage ich und zeige auf den jungen Mann neben mir, „wir glauben, daß dieser Zug die ganze Zeit in einer Art Spirale immer tiefer fährt.“ Ihre Augen und ihr Mund verraten Ungläubigkeit.

„Das is‘ doch nich‘ Euer Ernst!“, sagt sie, „Ihr wollt mich veräppeln.“

„Nein, nein“, setzt der Student dazwischen. „Wir glauben zu spüren, wie der Zug sich in einer leichten Kurve nach unten bewegt.“ Ihre Stirn zieht sich über der Nase kraus und sie schaut uns abwechselnd schweigend an. Es sieht fast so aus, als wolle sie zwei ungezogenen Jungen sogleich eine Standpredigt halten.

„Ihr seid nich‘ bei Trost, oder!?“, meint sie. „Wie soll’n das gehen?“

„Das wissen wir auch nicht, doch ist es genau das, was wir bemerkt haben“, beharrt der junge Mann. Sie schaut uns nachdenklich an, dann sagt sie langsam: „Hm, das würde erklären, warum’s hier drin‘ immer wärmer wird. Das is‘ doch so, wenn man immer tiefer in die Erde geht, nicht wahr!?“ In der Tat. Daß es wärmer wurde in der letzten Zeit, hatte ich auch bereits wahrgenommen. Ich maß diesem Umstand jedoch keine Bedeutung bei. Doch damit wäre zumindest unsere „Theorie“ gestützt, daß wir uns nach unten bewegen.

„Jungs“, bricht sie plötzlich hervor, „Wir müssen „was unternehmen. So geht’s nich‘ weiter.“ Sie schlägt sich mit den Händen auf die Oberschenkel. Wir sind zwar verdutzt, doch direkt angespornt, durch ihren unvermittelten Tatendrang.

„Wir sollten es noch einmal mit der Wechselsprechanlage probieren“, meint der junge Mann. „An jeder Tür ist eine. Wir sollten zumindest alle ausprobieren.“

„Okay“, sage ich. Wir drei springen auf und begeben uns zu den nächsten Türen. Die anderen Fahrgäste blicken neugierig hoch. Wir probieren es an allen Sprechanlagen. Als wir alle durch haben, treten wir wieder zusammen.

„Na?“, fragt die ältere Frau.

„Nichts!“, sage ich resigniert. Auch der Student schüttelt den Kopf.

„Na, gut. Dann lassen wir uns „was and’res einfallen.“

„Die Notbremse funktioniert auch nicht. Was bleibt uns da noch?“, gebe ich zurück.

„Wir sollten versuchen mit den Fahrgästen im nächsten Wagen Kontakt aufzunehmen“, sagt der Junge.

„Ja, vielleicht wissen die ja mehr“, sagt die Frau.

„Wie wollen wir das bewerkstelligen?“, frage ich zweifelnd. Kurzes Schweigen. Die Frau sieht sich um.

„In Hollywood, springen die Helden immer aufs Dach und spazieren drauf ‚rum“, meint sie. Dabei macht sie mit den Händen eine Geste, die Klettern andeuten soll. Dann äfft sie das geduckte Balancieren auf einem fahrenden Zug nach, wie es in den Filmen gerne dargestellt wird. Sie sieht unfreiwillig komisch aus und ich muß ein wenig schmunzeln.

„Das ist im Film. Ich bezweifle, daß so etwas in Wirklichkeit funktioniert. Und wenn, ist es sicher gefährlich“, sage ich, „Und im wirklichen Leben kann man eine mißlungene Szene nicht wiederholen.“

„Na ja, zumindest sollten wir diese Möglichkeit nicht außer Acht lassen“, kontert der junge Mann.

„Na gut, nur wie sollen wir denn dort hinauf kommen?“, frage ich und zeige gegen die Decke. Wir schauen alle hoch und schweigen.

„Na, durch die Tür, ihr Schlaumeier, was sonst“, sagt die Frau auf einmal und geht auf eine der Türen zu. Dort gibt es, wie an anderen auch, einen Hebel, der es ermöglichen soll, eine Tür auch manuell zu öffnen. Ich lese die Aufschrift: „Nothebel. Zum Öffnen der Tür nach unten ziehen. Mißbrauch strafbar.“ Auch hier wieder die eindeutige Warnung.

„Wer bremst, verliert!“

All das erscheint mir mit einem Mal so unwirklich. Wie in einem allzu realistischen Traum. Ich schließe die Augen und hoffe im Stillen, aufzuwachen, wenn ich sie öffne und alles ist wieder normal. Doch die Hoffnung stirbt sofort, nachdem sich das Bild vor meinen Augen nicht verändert hat. Wie durch einen Schleier, beobachte ich, wie der Junge und die ältere Frau sich an dem Nothebel zu schaffen machen. Er legt die Hand an und zieht.

Zuerst passiert nichts.

Doch plötzlich ertönt ein durchdringender Knall, dem ein lautes Zischen folgt. Einige der Fahrgäste schreien erschrocken auf. Manche kommen vorsichtig näher, um zu sehen, was wir hier tun. Auch „Anzug“ reiht sich in die kleine Gruppe ein. Argwöhnisch stiert er her.

„Das bringt doch auch nichts. Wollt Ihr etwa abspringen?“, kommentiert er mit einem sarkastischen Grinsen. Doch niemand antwortet ihm, niemand beachtet ihn. Er verstummt. Das Grinsen versiegt.

Der Junge und die Frau krallen ihre Finger in den Spalt zwischen den Türhälften und beginnen mit aller Kraft zu ziehen. Nur ganz langsam scheint sich die Tür zu öffnen. Sofort wird es lauter. Der Fahrtwind und gelegentliches Quietschen der Räder auf den Schienen dringt herein. Die graue Wand scheint nur darauf gewartet zu haben, daß jemand die Tür öffnet. Sie scheint sich ebenfalls durch die Öffnung ins Innere zu drängen. Zumindest wird einem dieser Eindruck vermittelt, da nun keine Tür mehr vor dem schnell vorbeiziehenden Beton schützt. Sie ist verdammt nah.

Erschrocken und respektvoll weiche ich zurück. Immer wieder huschen Lampen und Vorsprünge vorbei. Eine schlimme Ahnung kommt in mir hoch. Da paßt niemals ein Mensch zwischen die Wand und die Außenseite des Zuges. Wie soll da jemand auf das Dach gelangen? Der Junge versucht vorsichtig hinauszuspähen und sein Gesichtsausdruck bestätigt meine Befürchtungen. Ich sehe nur wie er den Kopf schüttelt. Die Frau will sich selbst davon überzeugen und sieht ebenfalls hinaus. Doch auch sie muß ihre Hollywood-Fantasie vorerst begraben. Etwas betrippst kommen beide zu mir herüber.

„Hm, ist ganz schön eng“, sagt der junge Mann grimmig.

„Was nun?“, frage ich müde. Beide sehen mich schweigend an. Die Wangenmuskeln des Jungen treten hervor.

„Ich probier’s trotzdem“, sagt er entschlossen.

„Das ist Wahnsinn“, versuche ich ihn umzustimmen.

„Laß uns lieber noch drüber nachdenken“, erwidert die Frau. Der Junge blickt verbissen drein.

„Was sollen wir hier rumsitzen und grübeln“, meint er.

„Das bringt uns nicht weiter. Die Sprechanlage funktioniert nicht. Möglicherweise ist der Fahrer ja bewußtlos oder gar tot.“ Er wirft einen kurzen Blick zur Tür. „Wir müssen etwas unternehmen. Ich werde versuchen in den nächsten Wagen zu gelangen. Vielleicht bekommen wir eine Antwort darauf, was hier tatsächlich los ist. Vielleicht funktioniert dort die Sprechanlage.“

„Das sind mir zu viele ‚vielleicht'“, entgegne ich. „Zu unbestimmt, um sich in Gefahr zu bringen. Wir sollten lieber unsere Köpfe benutzen und einen anderen Weg finden.“ Der Junge sieht mich eindringlich an und wirkt, als sei er nur schwer davon abzubringen rauszuklettern und den Helden zu spielen.

„Was sollen wir denn Eurer Meinung nach tun? Seht Ihr denn Alternativen? Ich nicht“, hält er dagegen. „Ich gehe jetzt da raus.“ Entschlossen geht er auf die offene Tür zu.

„Vielleicht war’s ja doch nich‘ so ’ne gute Idee“, sagt die Frau und hält den Jungen am Arm fest.

„Das ist der einzig vernünftige Weg“, meint er ruhig. Sie läßt ihn resigniert los.

„Das vernünftigste wäre, diesen Weg noch mal zu überdenken“, versuche ich ebenfalls ihn davon abzuhalten. Doch er scheint nicht darauf zu hören. Vorsicht späht er durch den mannsbreiten Türspalt und sucht wahrscheinlich eine Möglichkeit zum Hochklettern.

„Ja, dort, knapp über der Tür ist eine Strebe. An dieser müßte ich mich hochziehen können“, sagt er plötzlich. „Der Abstand zwischen Dach und Oberleitung scheint ausreichend zu sein.“

Verstört schaue ich aus der Öffnung auf die vorbeirasende graue Wand. Auf einmal werde ich auch wieder der durch das Öffnen der Tür gesteigerten Geräusche gewahr. Irgendwie hatte das Unterbewußtsein diese zuvor ausgeblendet. Eine Art Schutzmechanismus? Die Vorstellung dort hinauszusteigen und auf das Dach zu klettern, läßt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Angstvoll starre ich den jungen Mann an. Er schaut zurück und lächelt unverhofft.

„Das wird schon klappen. Drückt mir die Daumen.“ Er zieht sein Militär-Hemd aus und drückt es der Frau in die Hand. Diese wagt den wohl letzten Versuch, ihn umzustimmen. „Junge, laß es bleiben. Du wirst Dich umbringen.“ Der Glanz in ihren Augen ist leicht verblaßt.

„Keine Sorge“, beruhigt er und stellt sich knapp an den Rand der Tür. Die Frau sieht mich entsetzt an. Ich zucke bedauernd mit den Schultern. Im Stillen hoffe ich, daß der Junge etwas erreicht. Doch groß ist diese Hoffnung nicht.

Er hält sich an der Tür fest und setzt vorsichtig einen Fuß außen auf ein vorstehende Leiste. Sofort ergreift der Fahrtwind gierig seine Haare und sein T-Shirt.

„Wer bremst, verliert!“

Ich bemerke, wie sich ein Kloß in meiner Kehle ausbreitet. Ich schlucke krampfhaft. Ich schaue mich um und sehe wie ein Großteil der anderen Fahrgäste uns verschreckt beobachtet. Niemand wagt es näher zu kommen. Niemand sagt ein Wort. Niemand versucht einzugreifen. Im Grunde sind wir drei die einzigen in diesem Zug.

Der Junge hält einen Augenblick inne und fixiert die Strebe über der Tür. Er scheint abzuschätzen, wie er sie am besten erreichen kann, um dann in einer guten Position zum hochklettern zu sein. Bevor er es endgültig wagt, sieht er abwechselnd zu uns herüber und nickt. So, als wolle er uns sagen: „Macht Euch keine Sorgen.“

Dann wird sein Ausdruck ernst und entschlossen. Er setzt zum Sprung an. Nun passiert alles gleichzeitig.

Ich sehe es wieder, als liefe es hundert Mal langsamer ab.

Er springt.
Gleichzeitig schießt ein grauer Mauervorsprung heran.
Gleichzeitig ertönt ein durchdringender klatschender Laut.
Gleichzeitig verschwindet der Junge aus der Türöffnung.
Gleichzeitig färbt sich der Mauervorsprung dunkelrot.
Dann verschwindet auch dieser.

Was bleibt? Die Türöffnung. Die graue Wand. Ab und zu ein paar graue Vorsprünge und Lampen. Das Quietschen und Rauschen.

Die Frau sieht mich entsetzt an. Der Glanz kehrt in ihre Augen zurück. Doch dieser Glanz birgt nicht die geheimnisvolle Aura. Dieser Glanz erfüllt die Augen, um sich hoffnungslos daraus zu ergießen. Sie steht wie angewurzelt und weint lautlos.

Die anderen starren auf die Öffnung, wo zuvor der Junge war. Nun ist er fort.Niemand weiß, wohin. Niemand hat es gewagt ihn aufzuhalten. Niemand kannte seinen Namen. Niemand weiß, was nun geschieht.

Sie verteilen sich wieder im Zug. Jeder flüchtet in seine eigene Resignation.

Ich bleibe zurück. Soll es das wirklich schon gewesen sein? Was werden wir nun tun? Sollen wir uns nun alle Trübsal blasend ins Ungewisse weiterfahren lassen? Doch auch ich sehe keine Lösung für das Dilemma. Uns bleibt wohl nichts anderes übrig, als Warten.

Warten. Auf was? Auf wen? Wie lange?

Schnell ziehen Mauervorsprünge und ab und zu Lampen an der offenen Tür vorbei. Nun gelangt das Geräusch, das sie dabei machen, an meine Ohren. Es klingt, als würde uns die graue Wand auslachen. Irgendwer beginnt leise zu weinen. Ich glaube, es ist die junge Frau, die mich vorhin eindringlich gebeten hatte, die Notbremse zu ziehen. Verzweiflung. Trauer.

Ich setze mich auf den nächstbesten Platz. Ich schließe die Augen. Ich werde warten. Warten bis zur Endstation.

Wer bremst, verliert.

Meinungen

  1. Ich habe die Geschichte mit Spannung gelesen.Wüßte aber gerne wo die Fahrt endet.

    — Eva Kaufhold , 25. März 2009

  2. Darüber habe ich mir ehrlich gesagt beim Schreiben wenig Gedanken gemacht. Im Grunde eigentlich nirgends.
    Vielleicht ist das auch der Kern der Geschichte, dass wir uns oft im Leben in einer Spirale bewegen, die man nicht aufhalten kann. Und sich dagegen auflehnen oder anhalten meist das Ende bedeutet.
    Ziemlich düster, ich weiß, aber als ich das schrieb war ich in einer entsprechenden Stimmung.
    Zum Glück ist das nicht meine Grundhaltung. 😉

    — CFK , 22. April 2009

  3. Das Ende gefällt mir!

    — Oliver , 28. November 2010

  4. Nice 😉

    — Dominik , 28. November 2010