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		<title>Zwei Männer in Betrachtung des Mondes</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 19:53:23 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Fragmente]]></category>
		<category><![CDATA[Caspar David Friedrich]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Bildbeschreibung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><div id="attachment_126" class="wp-caption aligncenter" style="width: 405px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich" target="_blank"><img class="size-full wp-image-126 " title="caspar-david-friedrich-zwei-maenner-in-betrachtung-des-mondes" src="http://cfkone.net/wp-content/uploads/2009/03/caspar-david-friedrich-zwei-maenner-in-betrachtung-des-mondes.jpg" alt="Caspar David Friedrich - Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" width="395" height="331" /></a><p class="wp-caption-text">Caspar David Friedrich — Zwei Männer in Betrachtung des Mondes</p></div></p>
<p>Die Sonne verglühte bereits am Horizont, als ich dem Alten zum Hügel am Rande des Dorfes folgte. Für seine Jahre war er erstaunlich flink. Mit dem Gehstock überwand er fast schon leichtfüßig die unwegsame Steigung.<br />
Auch sonst überraschte mich seine Behendigkeit, wenn er durch sein Atelier tanzte und dabei rythmische Farbsinfonien auf die Leinwände zauberte. Bisher war es mir nicht vergönnt einen vergleichbar künstlerischen Ausdruck in meinen Werken zu erlangen.<br />
Ich war vor einigen Jahren an ihn geraten, als er mir anbot mein Meister zu sein. Ich war zuvor skeptisch und doch bereits fasziniert ob seines jugendlichen Tatendrangs. Ich sagte zu, ohne mir wahrlich etwas zu versprechen, doch stak ich in einer schweren kreativen Krise, die mir keine nennenswerten Ausflüchte ließ. Ich erhoffte mir zumindest neue Richtungen und Fertigkeiten zu erlernen, die mich womöglich Ufer erreichen ließen, wohin mich zuvor kein Ruderschlag gebracht hatte.<br />
Die Jahre waren fruchtbar, doch gelang mir nicht der große Wurf. Er beobachte mich, gab Ratschläge und zeigte mir allerlei Techniken, wie ich die Handhabung der Pinsel noch virtuoser beherrschen könnte. Das Meisterwerk jedoch wollte sich nicht zeigen. Immer wieder enttäuscht brach ich viele Arbeiten ab. Lag es am Gerät? War die Leinwand schlecht? Das Motiv zu langweilig? Ich wußte weder ein noch aus.<br />
Heute gegen abend kam er zu mir, nachdem ich erneut den Pinsel voll Frust fast in die Ecke warf.<br />
Er nahm mich bei der Schulter und sprach ruhig, doch mit voller Stimme. Ich beherrsche alle Grundlagen der Malkunst und wisse um die Theorie der Gestaltung. Auch sei die Wahl meiner Motive durchaus der Mühe wert. Doch das Geheimnis der Malerei habe sich mir noch nicht gelüftet, daher sei es an der Zeit, daß er mir den Schlüssel dazu reichen wolle.<br />
Erwartungsvoll blickte ich ihn an und war verwundert, als er bat mich mit festem Schuhwerk und dem warmen Umhang zu kleiden.<br />
Ich wußte, daß es keinen Sinn hatte ihn zu fragen, denn wie so oft wand er sich zum gehen. Seine Aufforderung bedeutete mir ihm zu folgen, was ich auch tat.<br />
Zum Dorf hinaus und in die Abendsonne hinein gelangten wir dann zum Hügel.<br />
Ich sah ihn in der heranschleichenden Dämmerung kaum noch, mühte meinen Atem seines Schrittes gleich zu tun.<br />
Als ich den Aufstieg mit fast schon schmerzenden Lungen endlich beenden konnte, wartete er bereits in einem dichtbewachsenen Hain. Wortlos stand er da und blickte durch die Bäume, dessen knorrige Stämme einen Rahmen bildeten, der die Sicht auf das Tal freigab.<br />
Nach Luft ringend setze ich mich auf einen Felsen unweit neben ihm und versuchte zu fragen, wo wir denn seien und was wir hier sollten. Doch gab er mir keine Antwort, sondern stand dort auf seinen Stock gestützt und seine Augen schienen das verschwundende rote Band am Himmel zurück zu sehnen.<br />
Als sich mein Herz endlich beruhigte, sagte er immer noch keinen Laut und er ward fast eins mit dem Stein auf dem ich saß. Ich wagte ebenfalls keinen Ton hervorzubringen, denn ich ahnte, daß irgend etwas bevorstand. Doch worauf warteten wir?<br />
Das Licht des Tages war nun vollständig von der hereinbrechenden Nacht verschlungen und ich konnte nur schemenhaft der Umgebung gewahr werden. Ich lauschte.<br />
Warm unmhauchte mich ein Luftstrom, sodaß ich unwillkürlich die Augen schloß und die Gerüche der Umgebung in meiner Nase wahrnahm. Wie von künstlerischer Hand entstand ein Bild vor meinem geistigen Auge.<br />
Ich roch das Hellgrün des Sommergrases und das Schwarzbraun lebendiger Erde. Unter meinen Händen kühlte das Blaugrau des Felsens meine Haut. Ich hörte den zarten Strich des Windes durch saftig grünes Laub wie auf Saiten säuseln. So sah ich die Farben und Strukturen der kleinen Umgebung.<br />
Ich öffnete die Augen – das Bild verschwand nicht, sondern ergänzte sich um den alten Mann, wie er immer noch da stand. Unbeweglich und leise.<br />
Ich stand auf, gesellte mich zu ihm und schaute in die gleiche Richtung, durch den Rahmen, der das kleine Tal unterhalb des Hügels umschloß. Wie ein Gemälde erschien es mir nun. Die Sonne hatte ihrem himmlischen Bruder den Platz freigemacht und die blasse Sichel eines zunehmenden Mondes beleuchtete vorsichtig die Landschaft. Tief stand er zu dieser Stunde, sodaß sein Schimmer die Natur in Sepia tauchte. Ängstlich fast, folgten ihm die ersten Sterne der Nacht.<br />
Ich lehnte an seine Schulter, lächelte voller Zufriedenheit bei diesem Anblick der Natur und spürte den zunehmenden Glanz, den elementaren Duft und die kühle Klarheit in mir erwachen.<br />
Da wurde ich gewiß, worin das Geheimnis eines wahren Kunstwerks verborgen lag.</p>
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		<title>Alle Jahre wieder</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 09:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über Jubeltage]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer in der Adventszeit werde ich gefragt, welches Verhältnis ich zu Weihnachten habe. Und jedes Mal antworte ich, daß ich eigentlich kein Verhältnis zu Weihnachten habe. Oder besser gesagt, ist mein Verhältnis zu Weihnachten indifferent.<br />
Seit die Kleine auf der Welt ist, wurde Weihnachten zumindest für mich wieder ein Familienfest. Süße, unsere Familienmanagerin ist im Streß, weil eine Woche vor Heilig Abend, die häusliche Reinheit und das Festessen gemanagt werden müssen. Deko und Geschenke werden wohlweislich schon rechtzeitig, oder wie es heute in Managerkreisen gerne heißt, “zeitnah” besorgt. Die Bescherung und das Festessen werden dann zusammen mit Eltern und Schwiegereltern zelebriert. Klassisch und ein bisschen spießig vielleicht, aber wie es sich gehört.<br />
Ohne unsere Kleine jedoch wäre mir Weihnachten genaugenommen ziemlich gleich. Ich bin nicht religiös und mit dem Konsumwahn habe ich, Gott (oder wem auch immer) sei’s gedankt, nichts am Hut.<br />
Aber das ist es eben für mich, ein Familienfest. Ohne Familie kein Fest.<br />
Viele wissen aber wahrscheinlich gar nicht mehr, daß man Weihnachten ursprünglich einmal feierte, weil damit quasi die Geburt Jesus Christus alljährlich jubiliert wird und nicht weil man dann endlich einen Anspruch auf den neusten iPod, einen Computer, ein Brillantarmband oder sonstigen unnützen Kleinod per Wunschzettel geltend machen kann.<br />
Was? Nicht gewußt?<br />
Auf jeden Fall feiert man die Geburt einer durchaus sehr bekannten Persönlichkeit, die zu Lebzeiten ein Menge Furore um sich machte.<br />
Und das ist schon selten. Wenn nicht sogar einzigartig. Denn sonst fallen Jubeltage immer auf ein Datum an dem eine mehr oder minder bekannte Person gestorben ist.<br />
Zum Beispiel das voradventliche Martinsfest, daß traditionell auf den 9. November und damit auf den Todestag des edlen Heiligen fällt, der einst ein Stück Stoff auf unorthodoxe Weise halbierte, um damit Gutes zu tun.<br />
Es gibt genügend andere Beispiele.<br />
2005 bekannte man als das “Einsteinjahr”, zum 50. Jahrestag seit Ablebens des Wunderhirns. (Okay, rein zufällig auch, da die Relativitätstheorie stolze 100 Jahre wurde.)<br />
Oder 1991. Mozartjahr zum 200. Todestag des Wunderkindes. Ebenfalls 2005 war Schillerjahr, der bis dahin 200 Jahre zuvor — und nochmal: oh, Wunder — das Zeitliche segnete.<br />
Ich halte das Feiern des Todes solcher Leute irgendwie für morbide oder wenigstens pietätlos. Im Ernst, wieso werden Jubiläen von großen Herr– und Frauschaften immer auf den Todestag gelegt?<br />
Bei solchen Größen der Geschichte ist es sicher schwierig ein Jubeldatum zu finden, an dem der– oder diejenige etwas Großartiges hervorgebracht hat, da es gerade bei den Genannten nicht bei einer einzigen Errungenschaft blieb. Obwohl ich solche Anlässe als Grund zum Feiern sinnvoller finde.<br />
Sind es doch genau diese geistigen, technischen und menschlichen Leistungen eine Bereicherung unserer Gesellschaft, Kultur oder Wissenschaft gewesen, also ist der Tod eines großen Menschen eher ein Tag zum Trauern.<br />
Wieso wird nicht die Geburt herausragender Menschen der Geschichte gefeiert, genau wie es jedes Jahr am 24. Dezember getan wird?<br />
Dem sogenannten Heilland der neu-christlichen Mythologie widmet man jedoch gleich zwei Feiertage. So gedenkt man zumindest an Karfreitag ebenfalls seines Dahinscheidens. Wobei Jesus Christus eine Sonderstellung einnimmt, indem er “am dritten Tage”, also für uns am Ostersonntag angeblich auferstand. So heißt es wenigstens in einschlägiger Literatur.<br />
Mehr Bedeutung sollte dem Todestag unerwünschter Personen beigemessen werden, auch wenn dies sicher gesellschaftlich nicht sonderlich etabliert ist. Für mich ist das aber naheliegender.<br />
Den Tod Hitlers zum Beispiel oder von anderen grausligen Gestalten der Menschheitsgeschichte, wäre sicher für die Meisten ein Grund zum Feiern. Auf der anderen Seite möchte man an derart entartete Gesellen lieber nicht regelmäßig erinnert werden.<br />
Trotzdem plädiere ich für ein Umdenken beim feierlichen Gedenken an die Persönlichkeiten unserer Geschichte.<br />
Sollte ich einmal berühmt sein, möchte ich auf jeden Fall nicht aufgrund meines Todes alljährlich gewürdigt werden, sondern für die Leistung, die ich der Gesellschaft erbracht haben sollte. Obwohl es mir, wenn ich in der Grube liege ziemlich schnuppe sein könnte. Aber ein gutes Gefühl habe ich dabei nicht.</p>
<p>In diesem Sinne:<br />
<b>FROHE WEIHNACHTEN!</b></p>
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		<title>Eingekreist</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 11:42:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Über Kreisverkehr]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin überzeugt, dass die Erde nicht die einzigen Lebewesen im Universum beheimatet.<br />
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass da draußen irgendwo sogar intelligente Vertreter des Lebens existieren.<br />
Dass darunter sogar welche sind, die intelligenter sind, als manche Menschen es von sich glauben, sehe ich sogar als gesichert an.<br />
Der Beweis dafür und wie mit solchen Intelligenzen in Kontakt zu treten ist, wurde unlängst auf Pro7 gezeigt.<br />
Dafür inszeniert man eine in der Art einer Benefiz-Gala veranstaltete Live-Sendung, die mit großen Brimborium den Versuch wagt, mit anderen Planeten Kontakt aufzunehmen.<br />
Als Moderatoren engagiert man einen Besteck-Experten flankiert von einem Ufo-Spezialisten und einer betagten Kitsch-Punkerin und die Troika der deutschen Übersinnlichen– und Außerirdischen-Szene ist komplett, die dann durch die Sendung und das Publikum an der Nase herum führen.<br />
Mit spektakulärem jüdischem “Shalosh” werden Signale dann telepathisch und nebenbei ganz konventionell über ein Radioteleskop in die unendlichen Weiten geschickt.<br />
Damit die Zuschauer mit Interesse und Begeisterung der Sendung vollständig folgen, dürfen diese per Direktverbindung ins Studio eigene Nachrichten einreichen. Diese brauchen dann nur noch darauf zu warten, dass sie von ETs Verwandten, Alf oder den Vulkaniern passende Antworten erhalten oder sich gar wünschen von krakenähnlichen Tentakel-Wesen entführt zu werden.<br />
Um dem ganzen Zirkus den Anstrich von Wissenschaftlichkeit zu geben, platziert man im Studio noch einen sogenannten Astrophysiker, der mit seinem Laptop kompetenzheuchelnd und mit pseudowissenschaftlichen Thesen die nötige Sachlichkeit suggeriert. Außerdem läßt man einen Feldkorrespondenten in irgendeinem Rechenzentrum irgendeines Radioteleskops herumhüpfen und mit viel Gedöns, Sirenengeheul und Fortschrittsbalken an Computerbildschirmen die Nachrichten ins All strahlen. Um dem ganzen noch den Flair der 60er und 70er Jahre zu verpassen, wird die Einrichtung der Anlage zeitgenössisch eingerichtet und die Bildübetragungen mit passendem Rauschen unterlegt.<br />
Das Ganze funktioniert aber auch weitaus subtiler.<br />
In Bad Kreuznach wird z.B. das kommunale Verkehrssystem in eine Nachricht für Außerirdische umgewandelt.<br />
Im gesamten Stadtgebiet werden sukzessiv alle Kreuzungen der Stadt zu Verkehrskreiseln umfunktioniert.<br />
Analog den berüchtigten Kornkreisen, könnte das Straßennetz aus der Vogelperspektive einer fremden Art, die Zeit, Kosten und Mühen nicht gescheut haben unseren Planeten zu besuchen, in irgendeiner Form eine Nachricht signalisieren. Oder sogar als Landebahnen dienen.<br />
Zumindest ist das für mich die einzig plausible Erklärung für die vielen Baustellen, denn ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Verkehrsinfrastrukturverantwortlichen die Stellung Bad Kreuznachs als Kreisstadt einfach nur missverständlich interpretieren. Und wirklich praktisch im verkehrstechnischen Sinne, sind die meisten dieser Kreisel nicht.<br />
Bei reichlicher Überlegung fürchte ich aber, dass jegliche derartige Bemühungen, aktiv Kontakt aufzunehmen, wohl solche Wesen eher davor abschreckt hier zu landen. Für kosmische Besucher könnte all das Gebahren extrem debil oder krankhaft wirken. Und sollten diese Wesen tatsächlich so schlau sein, dass sie sogar bis hierher fliegen können, dann werden sie auch unbemerkt lieber den nächsten bewohnten Planeten ansteuern. Womöglich aus Angst sich anzustecken. Wäre auch nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist. In den 50er Jahren sind außerirdische Invasoren bereits von einer simplen Erkältung dahingerafft worden. Im Ernst. Das wurde damals sogar live im Radio übertragen.<br />
Wie dem auch sei. Ich für meinen Teil würde statt Nachrichten lieber Uri Geller, Nina Hagen, Erich van Däniken und das gesamte Verkehrsdezernat der Kreisverwaltung Bad Kreuznach ins All geschickt sehen. Das wäre zumindest wirklich erfolgversprechend.<br />
Nanno, Nanno. Lebe lang und in Frieden.</p>
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		<title>Stimmungsschwankungen</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2008/11/06/stimmungsschwankungen/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 11:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Besinnliches für die Voradventszeit]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich wurde ich gefragt, ob ich denn schon in Weihnachststimmung sei.<br />
Wie kommt man überhaupt in Weihnachtsstimmung?<br />
Einige kommen es bestimmt, wenn in den Fußgängerzonen die Weihnachtsdeko aufgehängt wurde oder die Weihnachtsmärkte saisontypische Düfte von Anis bis Zimt versprühen. Oder alle fünf Meter und ebensolchen Höhen unzählige kletternde Nikoläuse an den Hauswänden sehen.<br />
So mancher gerät in adventliche Verzückung, wenn jedem noch so unweihnachtlichen Rock– und Pop-Song im Radio ein rythmisches Rentierschlitten-Gebimmel untergemischt wird.<br />
Andere dagegen vielleicht schon Ende August bei schwülen 35 Grad Celsius im Discounter angesichts langer Reihen Lebkuchen, Spekulatius und Dominosteinen.<br />
Obwohl die klimatischen Bedingungen einer emotionalen Bindung zur Adventszeit sicher ganz zuträglich sein können, wecken die jahreszeitunüblichen Temperaturen und Niederschläge in Zeiten des Klimawandels höchstens nebulöse Erinnerungen an weiße Weihnachten. Außer in Kalifornien oder Australien vielleicht.<br />
Hierzulande ist die Stimmung zum Fest der Liebe daher eher konkret an kommerzielle Belange gekoppelt. Erst wenn der Einzelhandel es vorgibt hat jeder gefälligst weihnachtliche Gefühle zu entwickeln. Und das meist schon im Sommer.<br />
Ich kann aber nicht auf Kommando in Stimmung kommen. Zumindest nicht in festliche. Beim Anblick von 90 Minuten Vollerotik komme ich sicher auch ganz bewußt in Stimmung. Das hat dann wohl auch manchmal was mit Liebe, aber natürlich nichts mit Weihnachten zu tun.<br />
Ich finde es in der Tat immer wieder befremdlich, wie manche tatsächlich sich quasi vorschreiben lassen, wann sie in besinnlich-familiäre Andacht verfallen sollen.<br />
Wieso kann ich das nicht auch im Hochsommer? Am Strand? Auf Mallorca?<br />
Ich möchte doch in Stimmung kommen, wenn ich in Stimmung bin, um in Stimmung zu sein. Nicht weil andere das so wollen oder weil zufällig gerade so ein besonderer Termin ansteht.<br />
Na gut, ein wenig in Stimmung komme ich in der Tat, wenn Süße das ganze Haus saisongerecht dekoriert und die Kleine diesen typischen Glanz in die Augen bekommt. Obwohl dieses Leuchten schon mehr die ungeduldige Vorfreude auf die Geschenke bedeutet. Aber das war es dann auch schon.<br />
Komisch, ich wurde noch nie gefragt, ob ich in Osterstimmung bin. Oder in Fastnachtsstimmung. Oder in Tag-der-deutschen-Wiedervereinigungs-Stimmung.<br />
Wieso nur wird Advent und Weihnachten immer so ein hoher Stellenwert eingeräumt?<br />
Wegen des ollen Christkinds doch nur noch in Einzelfällen. Außerdem bin ich sowieso nicht religiös und pseudo-christlichen Gebräuchen überhaupt nicht zugänglich.<br />
Womöglich wuchsen mir bei dieser Anwort Hörner aus dem Kopf, ein Schwanz aus dem Allerwertesten und Hufe an den Füßen. Denn mein Gegenüber schaute mich vollkommen entsetzt an.<br />
Ja, es ist so. Weihnachten ist reine kirchliche Willkür. Niemand weiß genau, wann dieser Jesus geboren wurde, also ist der 24. Dezember nur pro forma.<br />
Und alles andere, wie beispielsweise dekorierte Nadelbäume heidnischer Firlefanz, den die Geistlichen sich einst profitträchtig zu Nutze machten. Also braucht mir keiner mit christlichem Brauchtum zu kommen.<br />
Daher bin ich dafür, dass jeder sein ganz eigenes Weihnachtsfest zelebrieren kann. Wie und vor allem wann immer man dafür in Stimmung gerät. Von mir aus auch im April. So sollte das mit allen anderen Festen auch sein.<br />
Dann könnte der Einzelhandel, das ganze Jahr über jede Art von festtypischer Ware anbieten. In meinem Lieblings-Billigdiscounter gibt es sowieso das ganze Jahr über bunte Eier. Warum nicht auch Lebkuchen oder Dominosteine? Oder Schokoweihnachtsmänner?<br />
Und dann könnte ich froh verkünden: “Hoho, ich bin in Weihnachtsstimmung.“<br />
Wenn mir danach ist. Wenn mir jemals danach ist.</p>
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		<title>Herbstliche Albträume</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2008/10/31/herbstliche-albtraume/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 22:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[Dekoration]]></category>
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		<category><![CDATA[Kürbisse]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Jahr neigt sich wieder dem Ende. Doch die Dekorationswut in der voradventlichen Zeit kennt keine Grenzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon erstaunlich, wie sehr doch immer mehr Menschen hierzulande angelsächsische Traditionen und Gebräuche zelebrieren. Im Grunde ist es in Ordnung, wenn auch in Deutschland Kürbisse se– und verziert werden, um dann auf Balkonen, Veranden und Fensterbänken mit Innenbeleuchtung vor sich hin zu faulen.<br />
Wenigstens gefällt es den “kleinen Monstern”, die am 31. Oktober abends durch die Straßen laufen, mit ihren Gruselmasken so manchem Rentner die erste Todeserfahrung lehren und von Tür zu Tür nach “Süßem” verlangen unter Androhung, daß es “Saures” setzt, wenn Erwachsene der Meinung sind gesundes Obst sei besser für die Kleinen.<br />
Wie gerne würde ich diese Forderung einmal falsch verstehen und “Saures” wie Gurken oder Kefir in die kleinen Säckchen werfen. Doch scheue ich die kreative Rache kleiner Plagegeister, die mir danach bestimmt die Hölle einen gemütlichen Ort erscheinen lassen.</p>
<p>Doch getrübt wird der morbide Spaß mit lebenden Toten, blutrünstigen Vampiren und Werwölfen mal wieder von der Allmacht des Einzelhandels. Wochen vor dem Tanz der Teufel und Dämonen stolpert man zwischen den vollgestopften Regalen über allerlei Dekorationen und Maskeraden für den keltischen Samhain. Überall grinsen spitze Zähne, verzerrte Fratzen und bepelzte Kreaturen. Und vor allem: Kürbisse, wohin das Auge reicht.</p>
<p>Albtraumhaft ist man umringt von dem orangefarbenen Gemüse. In allen erdenklichen Größen und Formen, wobei Laternen noch das naheliegendste sind, gibt es Kürbisse und Kürbisdekorationen.</p>
<p>Und nicht nur zur Ver(un)zierung der Heimstatt, sondern nahezu jedes nur denkbare Produkt ist in der “vorhalloweenen” Zeit bedruckt oder beklebt mit Kürbissen.<br />
Wie bei jedem anderen Fest, ob traditionell oder neuzeitlich, wird ein Symbol dieses Festes profitträchtig ausgeschlachtet. Man kommt am Kürbis nicht vorbei.<br />
Doch damit ist ab morgen wieder Schluß. Die Kürbisse haben dann ausgespukt.<br />
Die restlichen Köppe werden ihr Lichtlein in den nächsten Tagen und Wochen ausgelöscht wissen und ihr zeitliches Ende in der Biotonne finden.</p>
<div style="clear: both;">Es sind noch knapp vier Wochen bis zum 1. Advent, jedoch ist kaum der Horror torkelnder Zombie-Verschnitte vorüber, droht bereits der nächste Schrecken, der uns womöglich wieder bis zum Drei-Königs-Tag im neuen Jahr heimsuchen wird. Denn dann heißt es “Bahn frei” für die nächsten Fuhren “Dekoartikel”.<br />
Demnächst gehen sie wieder massenweise über die Ladentheke. Ich habe in den Werbe-Blättchen diverser Discounter bereits die Vorboten der beknacktesten “Festtags-Dekoration” überhaupt gesehen.<br />
Bald werden diese das Bild der Straßen und Häuser dominieren und verkünden, daß schon bald Weihnachten vor der Tür steht.<br />
Bald sieht man sie überall.<br />
Bald klopfen sie zu Tausenden an die Fenster.<br />
Bald kommt die Zeit der <strong>kletternden Weihnachtsmänner</strong>.</div>
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		<title>Neugestaltung von CFK ONE</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 20:48:12 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Treue Leser von CFK ONE werden sich sicher wundern, aber...ja, ich baue um. CFK ONE erhält ein neues Gesicht, die Themen werden überarbeitet und die Inhalte neu strukturiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aber keine Sorge, die alten Texte werden weiterhin hier zu lesen sein.<br />
Das Ziel ist einfach, alle Texte besser zu strukturieren, damit man sie unter anderem leichter findet.<br />
Eine kleine Auswahl der zukünftigen Themen seht Ihr hier. Wie man sieht hebe ich die alleinige Ausrichtung auf Kolumnen etwas auf und publiziere in Zukunft auch andere Textarten.<br />
Ich erhoffe mir in Zukunft wieder mehr Feedback, aber natürlich auch mehr Leser. Bis zu Beginn des kommenden Jahres möchte ich auch als weitere Rubrik den “Fremdbeitrag” eröffnen. Hierfür suche ich Leute die ebenfalls gerne schreiben und für CFK ONE passende Texte parat haben. Doch hierzu demnächst mehr.</p>
<p>Ich bin sehr gespannt, wie das neue Layout bei meinen Lesern ankommt und freue mich ebenfalls hierfür über reichlich Anmerkungen und Kritik.</p>
<p>Schaut also schon bald wieder rein, denn es gibt viel zu schreiben.</p>
<p>Achja, für alle die, die ihn nicht erkannt haben. Im Hintergrund ist kein Bild von mir. Nein. Dies ist quasi eine Hommage an einen meiner Lieblingsklassiker den Journalisten, Publizisten und Schriftsteller<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky">Kurt</a> <a href="http://www.tucholsky.net/">Tucholsky</a>.<br />
Seine Art geschrieben zu haben, inspiriert mich und die Texte zeigen mir, dass ich mit meinen Themen auch heutzutage nicht immer falsch liege. Ob ich jemals an seine literarische und publizistische Qualität heranragen kann? Es ist ein langer Weg. Aber ich bin bereit diesen zu gehen.</p>
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		<title>Aufklärung im 21. Jahrhundert</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2008/08/17/aufklarung-im-21-jahrhundert/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Aug 2008 21:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich an der Ampel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Papa, warum haben die Erdbeere und die Banane so komische Hütchen auf?“<br />
Verdutzt schaue ich meine kleine Tochter (5 1/2) an und frage mich was sie meint.<br />
“Wie, bitte?“<br />
“Na, da, auf dem Bild.“<br />
Sie zeigt mit dem Finger auf ein großes Werbeplakat am Straßenrand und ich verstehe was sie meint.<br />
Süße sitzt daneben und grinst mich süffisant an. Ihr Blick sagt, na dann erklär” mal.<br />
Als ich noch klein war, erzählte man uns Märchen vom Klapperstorch und dass man Zucker auf die Fensterbank streuen muss.<br />
Man hätte mit seinen Informationen zur menschlichen Sexualität den Rest seines Lebens als blumen– und bienenzüchtender Mönch im Kloster verbringen können, wenn man nicht 	irgendwann in die Pubertät gekommen wäre. Zum Glück. Doch so mancher ist da bis heute noch nicht  raus. Missing in Action. Aber das ist ein anderes Thema.<br />
Heutzutage übernehmen Fernsehen, Internet und Printmedien die sexuelle Früherziehung.<br />
Naja, nicht ganz. Es gibt ja auch für die Kleinsten bereits kindgerecht aufbereitete Lektüre, die den medienkritischen Eltern wenigstens vernünftige Mittel an die Hand geben. Doch hilft es wenig, seine Kinder so lange wie möglich vor Unterschichten-TV und vor grauseligen, viel nackte Haut zeigende Browser-Pop-Ups zu bewahren, wenn groß und breit am Straßenrand die Anti-Aids-Kampagne freche Früchtchen präsentiert.<br />
Die Idee verfehlt ihr Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen, jedoch nicht. Wie man sieht.<br />
Die kleine Süße schaut mich fragend und unschuldig an und wartet auf das weise Wort des Vaters.<br />
“Naja…äh…das ist so”, stammele ich.<br />
“Diese Hütchen…tja…das sind…äh.“<br />
Die Kleine schaut erwartungsvoll.<br />
Süße schaut vorwurfsvoll.<br />
“Also…”, stottere ich weiter.<br />
Verdammt. Wie soll man einer 5-Jährigen die Sexualität erklären (sollte man das in dem Alter überhaupt wissen?) wenn man als Grundlage eine Handvoll Obst mit Hang zum Gummifetischismus hat.<br />
“Papa, will sagen, dass diese Hütchen eigentlich Kondome sind”, platzt Süße ungeduldig heraus.<br />
Danke. Vielen Dank für die Steilvorlage.<br />
“Papi?“<br />
Jetz kommts.<br />
“Was sind Kon-do-me?“<br />
Na also, nun wird”s erst richtig kompliziert.<br />
“Erklär’ Du’s ihr doch bitte. Du weißt es scheinbar besser”, versuche ich mich mit einem Frontalangriff gegen Süße zu wehren.<br />
“Wieso?”, grinst sie zurück, “sie hat doch Dich gefragt.“<br />
“Paaapiiii!“<br />
Jetzt nur nicht nervös werden.<br />
Fieberhaft überlege ich mir eine Antwort oder eine Ausrede. Doch bei solchen Themen sind Väter erstmal vollkommen überfordert.<br />
Ich starre auf das Plakat.<br />
Plötzlich kommt die Eingebung.<br />
“Genau. Pass auf.“<br />
So könnte es gehen.<br />
“Wenn die Erdbeere und die Banane sich ganz doll nett finden und die eine die andere mal anknabbern mag, aber beide keinen frischen Pfirsich haben wollen, brauchen sie diese Hütchen.“<br />
Schweigen.<br />
“Ganz einfach”, freue ich mich, endlich eine meines Erachtens diplomatische Antwort gefunden zu haben.<br />
Süße und die Kleine schauen mich verwirrt an.<br />
Während der Ausdruck der Tochter sich kaum verändert, bemerke ich in Süßes Augen den Hauch von Ärger oder besser “gleich-platze-ich”.<br />
“Was, denn?”, frage ich etwas leiser.<br />
“Pfirsich?”, fragt Süße, “Anknabbern?“<br />
“Ja, cool, oder?!“<br />
Und zur Kleinen gewandt, “das hast Du doch verstanden, oder?!“<br />
“Hmmm, mmh, ja, Papi.“<br />
“Siehste”, sage ich wieder zu Süße gewandt.<br />
Sie sieht aus, als könnte sie mir an die Gurgel gehen.<br />
“Was dein Vater tatsächlich meinte…”, setzt sie an.<br />
Und sie erklärt der Kleinen das Plakat.<br />
Weil Kondome ja “unentbeerlich” seien. Wegen “Beere” und so.<br />
“Okay, ja, mmmh, aha, klar, Mami.“<br />
Süße triumphiert nun.<br />
“Na und?”, sage ich, “das ist nicht viel besser. Viel schlauer ist sie nun auch nicht.“<br />
Ich befürchte, dass unser Kind früher als uns lieb ist, den wahren Hintergrund von Tutti Frutti herausbekommt. Ich hoffe nur, dass sie sich rechtzeitig auf die Hütchen besinnt.<br />
Für mich bestätigt dies jedoch nur eins, dass wahre Aufklärung nicht von der Werbung kommt…aber wohl auch nicht aus dem Elternhaus.</p>
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		<title>Todeszone</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2007/12/20/todeszone/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 11:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Erfrierung]]></category>
		<category><![CDATA[Mount Everest]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bericht über eine dramatische Reise in der eisigen Todeszone der Rheinhessischen Schweiz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Mach’ die Tür zu, sonst geht die Wärme verloren, die wir mit unseren Körpern produzieren”, rief ich dem Neuankömmling entgegen, “Und setze Dich zu uns.“<br />
Wir anderen, die schon eine Weile hier waren, saßen dicht zusammengedrängt um ein winziges Lagerfeuer, daß wir zwischen Haltestangen und Sitzen entfacht hatten. Das Feuer wurde von Fahrkarten, alten Einkaufsbelegen und sonstigen brennbaren Materialien aus unseren Taschen gespeist. Einer von uns opferte sogar einen Brief seiner Liebsten und eine Dauerkarte für die Spiele des 1. FC Kaiserslautern. Mit kurzem Zögern betrachtete er beide Papiere und warf sie seufzend mit den Worten “es ist ja eh vorbei” in die kleinen Flammen.<br />
Der Neue warf uns einen verstörten Blick zu und ging wortlos an uns vorbei, um auf einen der hinteren Plätze zu gelangen. Er schüttelte den Kopf, als wir ihn erneut baten sich zu uns zu setzen. Jeder ist sich seines Glückes Schmied, doch in dieser Situation mussten wir alle zusammenhalten.<br />
Wie die Pinguine wärmten wir uns gegenseitig. Die Situation hatte uns zusammengeführt. Nur gemeinsam konnten wir der Kälte trotzen.<br />
Der Fahrer dagegen hatte es warm. Er grinste uns durch den Rückspiegel entgegen. Wie des Teufels Fratze spiegelte er sich wider. Wir waren ihm ausgesetzt, doch wir schmiedeten ein Komplott. Wir mussten nur unser Ziel erreichen, dann kam unsere Zeit.<br />
Einzig der Fremde, der sich nicht zu uns setzen wollte, hatte keine Chance. Am Ende der 20-minütigen Busfahrt zwischen Fürfeld und Bad Kreuznach war die Bilanz düster. Zwei erfrorene Zehen, eine Nase, Tränen, ein Toter und von den psychischen Schäden einmal abgesehen. Aber wir waren gerettet. Wir erschlugen den Fahrer und aßen ihn. Nicht aus Hunger. Aus Rache.<br />
Und nächstes Jahr besteige ich den Mount Everest.<br />
Ich bin bereit.</p>
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		<title>Hardware Mensch</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2007/05/16/hardware-mensch/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2007 10:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essays]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie der Computer den Mensch entfremdet]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen beharren darauf, daß die Informationstechnologie unser Leben verbessert und vereinfacht habe. Im Ansatz mag das stimmen und nicht alles, was moderne IT-Technologien hervorbringen ist grundsätzlich schädlich. Doch hat der Mensch bis heute nicht gelernt sinnvoll und folgenabschätzend damit umzugehen. Immer und immer wieder verfallen wir in eine naive Unterwerfung der Technik gegenüber. Die Technik wird zum Bestimmer der eigenen Handlungsweise, gibt Arbeitsprozesse vor, statt die menscheneigenen zu unterstützen, treibt den Benutzer in eine ultimative Abhängigkeit, die ihn beim Fehlen der Technik handlungsunfähig macht.<br />
Informationstechnologie wird an vielen Stellen des alltäglichen Lebens zur Prothese. Diese Prothese hilft dem verstümmelten Technik-Fanatiker, sich einem quasinormalen Leben zu widmen. Legt er sie jedoch ab, ist er ein hilfloser Krüppel der kaum mehr selbstständig und ohne die elektronischen “Gadgets” zurechtkommt.<br />
Hardware und Software stehen exemplarisch für viele andere Elemente menschlichen “Fortschritts”, sind im Grunde bereits Denkmäler jeglicher Hochtechnologie und reflektieren die Unzulänglichkeiten des Menschen und seine naturgegebenen Unfähigkeiten.<br />
Hard– und Software sind keine Werkzeuge mehr, denen sich der Mensch in entsprechenden Situationen bedient. Sie mutierten zum Selbstzweck. Der Mensch machte sich zum Untertan und Sklave seiner eigenen Schöpfung.<br />
Großflächige Stromausfälle sind als Beispiel dienlich, da sie verdeutlichen, wie der Mensch fast schon auf das Niveau von Frühmenschen zurückgeworfen werden kann, die jedoch zu seiner Zeit mit simplem Gerät durchaus gut zurechtkamen.<br />
Betrachtet man zwar Faustkeil und Speer in der heutigen sogenannten zivilisierten Welt als primitive Werkzeuge unserer Vorfahren, haben sie dennoch den hochtechnisierten “Werkzeugen” der Neuzeit ein besondere Eigenschaft voraus. Sie sind einfach und zweckgebunden.<br />
Doch nimmt man ein vergleichsweise “fortschrittliches”, klassisches Handwerkzeug, das fast jeder kennt für diesen Vergleich. Den Hammer.<br />
Ebenfalls einfach konstruiert. Holzstiel und Stahlkopf alleine ermöglichen eine dem Menschen mit bloßer Hand unmöglichen Aktion: Den Nagel auf den Kopf zu treffen.<br />
Sicher gibt es genügend, die nicht fähig sind einen Hammer genaustens und erstklassig zu bedienen, doch ist er ein Paradebeispiel für die Unterstützung einer Handlung die der Mensch ausführen möchte, aber ohne dessen Hilfe es nicht kann.<br />
Dennoch bleibt der Hammer zweckgebunden. Man schlägt damit unter anderem Nägel in unterschiedliche Materialien. Unabhängig davon, daß bösartige Zeitgenossen den Hammer auch für verwerflichere Handlungen zweckentfremden.<br />
Ansonsten bestimmt ein Hammer nicht grundsätzlich die Lebens– und Arbeitsweisen der Menschen.Genau dies sollte man von Hochtechnologie erwarten. Sie sollte einfach, zweckgebunden und unterstützend sein. Doch sind die meisten komplex, allumfassend und manipulierend.<br />
So suggerieren moderne Technologien die Unterstützung menschlicher Handlungen und Arbeitsprozesse, in Wirklichkeit werden diese jedoch verzerrt und mitunter vollständig verändert. Das Werkzeug kann dann nicht mehr ersetzt werden, sondern ist Teil der Handlung, jedoch sollte sie ersetzbar sein. So gesehen sei der Hammer zwar zum Einschlagen eines Nagels das dafür speziell präzesierte Mittel, doch auch eine andere Art Werkzeug gleichsam mehr oder minder geeignet.<br />
Das elektrische Licht nach dem Stromausfall läßt sich durch Kerzen oder Petroleumlampen ersetzen, solange man ähnliches zuhause hat. Doch oft werden bei Ausfall von Computersystemen, ganz gleich ob Hard– oder Software, ganze Kettenreaktionen an Ausfällen hervorgerufen. Alleine schon der Ausfall einer Datenbank kann ein Unternehmen für kurze oder auch längere Zeit paralysieren. Wieviel “Time and Budget” dabei nebenbei verpufft, wird selten gerne proklamiert.<br />
Der Mensch lastet sich, nicht erst seit der Informationstechnologie, doch seitdem immer mehr, Dinge auf, die er niemals brauchen wird. Sich jedoch so abhängig davon macht, daß es fast schon wieder unentbehrlich wird.<br />
Sie zweckentfremden nicht das Werkzeug, sondern das Werkzeug entfremdet den Zweck.<br />
Natürlich hat dies der Mensch schon immer getan und darauf fußt zum großen Teil auch sein Fortschritt. Kein Zweifel. Doch hat dies alles gleichwohl auch den Menschen entfremdet. Es entfremdet ihn von seiner Herkunft, entfremdet seiner selbst und die Werte für die er Jahrtausende einstand.<br />
Bis er eines Tages selbst entbehrlich wird.</p>
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		<title>Kopfgeld</title>
		<link>http://cfkone.net/blog/2007/01/15/kopfgeld/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jan 2007 17:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cfk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Headhunter]]></category>
		<category><![CDATA[Job]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissen Sie",sagte ich zu dem Herrn am anderen Ende der Mobilfunkverbindung,"ich bin kein Mensch, der Zeitschriftenabonnements an der Haustür abschließt oder die Zeugen Jehovas auf einen Plausch über Gott und die Welt zum Kaffee hereinbittet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Wenn die Sternsinger unterwegs sind, schalte ich gerne die Klingel ab und beobachte durch den Türspion, wie sie dem Nachbarn ein Ständchen bringen. Ich tue das nicht, weil ich zu geizig bin. Im Gegenteil, ich spende gerne, wenn damit anderen Menschen geholfen wird. Doch stehe ich nicht so gerne wie ein Depp mit bescheuertem Ach-wie-nett-Grinsen da und lasse mir etwas vorsingen.<br />
Als ich zuletzt an Halloween das Pfefferspray zückte, schaute mich meine Süße jedoch giftig an. Schade, ich hätte den kleinen Monstern gerne Saures gegeben.<br />
Noch weniger zugänglich bin ich für ähnliche Angebote, die mir telefonisch unterbreitet werden. Meinungsforscher und T-Com-Mitarbeiter werden von mir regelmäßig freundlich, aber bestimmt, abgewürgt.<br />
Nehmen Sie dies bitte nicht persönlich, Sie machen ja auch nur Ihren Job. Doch bei meinen Emails filtere ich auch den ganzen Spam heraus.“<br />
Mit diesen Worten verwies ich den durchaus freundlichen Personalberater, der mich angerufen hatte, auf seinen Platz. Seit einiger Zeit gehen wieder berüchtigte Personalberater auf die Jagd nach abtrünnigen oder vogelfreien Angestellten. Zu Beginn des Jahres und mit der schleichend einsetzenden Konjunktur haben Personalagenturen ebenfalls gehörig Aufschwung. Früher nannte man diese Herrschaften gemeinhin “Headhunter”. Heute ist das Wort eher verpönt und im Grunde sind wir ja alle irgendwie Berater.<br />
Ausnahmsweise klingt hier der Anglizismus weitaus härter, so daß man sich lieber der deutschen Begriffe bedient. Personalberatung hört sich einfach seriöser an.<br />
Beim Abschied wirkte seine Stimme etwas zerknirscht und konsterniert, was ich an seiner Stelle gut nachvollziehen konnte. Sicher hatte er schon oft genug mehr oder weniger freundlich einen Korb bekommen. Doch wohl selten wird seine “Arbeit” mit der von Drückern oder Sektenanhängern verglichen.<br />
Gleichwohl mag dies ein einträgliches Geschäft sein, sonst würden nicht listenweise Telefonnummern durchprobiert. Der freundliche Herr war übrigens bereits der dritte Kopfgeldjäger — Verzeihung — Personalberater, der mich in kürzester Zeit anrief. Ich bin jedoch einer der Kandidaten, die sich partout nicht zwischen Tür und Angel oder per Telefon akquirieren lassen.<br />
Mag sein, daß ich damit einige lukrative Angebote verpasse, doch finde ich es in der Tat moralisch verwerflich, daß andere an meinem beruflichen Fortbestehen mitverdienen. Für mich ist dies eine quasilegale Form modernen Menschenhandels. Der Mensch wird zur Ware degradiert.<br />
Als frischgebackener Diplom-Informatiker bildete ich mir darauf noch etwas ein, als man mich auf diesem Weg für eine freie Stelle anwarb. Doch mittlerweile beschleicht mich nach solchen Anrufen eher so ein mulmiges Gefühl, als sei auf meinen Kopf eine hohe Belohnung ausgesetzt. Überall erwarte ich Steckbriefe mit dem unvorteilhaften Phantombild meiner selbst und zucke jedes Mal zusammen, wenn das Telefon klingelt. Oder ziehe den Kopf ein, wenn die Polizei in meiner Nähe auftaucht.<br />
Der Text unter dem Fandungsfoto könnte wie folgt lauten:<br />
“Wir suchen diesen IT-Berater. Ihm werden die Durchführung und Mittäterschaft an diversen IT-Projekten vorgeworfen. Er könnte unter Umständen mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten und Branchenwissen bewaffnet sein. Zuletzt wurde er in fester Anstellung bei einer internationalen Unternehmensberatung gesichtet, wo er sich womöglich noch aufhält. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Personalberatung gerne entgegen. Eine saftige Belohnung für die Vermittlung ist nicht ausgeschlossen.“<br />
Dennoch suche ich mir meine Tatorte gerne alleine aus und meine erste Regel lautet:“Traue niemandem über 50, unter 1,30m oder wenn man dir am Telefon das Blaue vom Himmel holen will“<br />
Womöglich bin ich jedoch für mein Schicksal, potentiell als Freiwild zu gelten, selbst verantwortlich, da ich bereit– und freiwillig meinen Steckbrief bei einem bekannten Dienstleister für soziale Netzwerke einstellte und mich somit quasi zur Selbstanzeige brachte.<br />
Aber wie heißt es doch so schön: jeder Täter begeht früher oder später einen entscheidenden Fehler und man kommt ihm auf die Spur.<br />
Eines noch, liebe Kopfjäger, ich bin nur der kleine Fisch. Die Großen agieren eher im Hintergrund, sind jedoch leichter käuflich als ich.</p>
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