Hamburg 2012

Die digitale Fotografie hat leider diese hervorragende Tradition, Freunde und Verwandte in großer Runde mit der Dia-Präsentation der eigenen Urlaubsschnappschüsse zu langweilen fast verdrängt.

Doch ich möchte hier und heute mit dieser Tradition fortfahren und langweile mein treues Blogpublikum mit den Schnappschüssen, die ich während meines diesjährigen kurzen Ausflugs nebst Familie in meine Lieblingsstadt Hamburg machte.

Mit einem Klick auf das erste Bild kann es losgehen. Ich wünsche viel Vergnügen.

 

Bis zum nächsten Mal, Hamburg. <3

The Old Truck

Ich bin alt. Ich erblickte 1952 das Licht der Welt. Glaube ich. Ich hatte meine Zeit. Vor langer Zeit. Ich erinnere mich schon nicht mehr daran.

Man brauchte mich. Ich war immer stark und kraftvoll. Ich arbeitete jeden Tag, den ganzen Tag. Niemals wurde ich müde. Niemals beklagte ich mich darüber. Sie waren stolz auf mich.
Doch irgendwann kamen die Jungen. Sie waren besser. Das ist fast immer so. Ich nahm es ohne Verbitterung und doch bedeutete dies das Ende. Ein langsames und schleichendes Ende.

Ich habe keine Schmerzen. Auch wenn vieles nicht mehr intakt ist, manches bereits entfernt und ausgetauscht. Viel schlimmer ist es für mich, dass man sich einfach nicht mehr an mich erinnert. Ich merke das. Niemand kommt mehr zu mir und erfreut sich an meinem Anblick. Niemand braucht mehr meine Kraft, meine unermüdliche Energie. Ich habe keine Kraft mehr, keine Energie. Man hat mich verlassen. Ich bin einsam.

Ich bin alt.

Doch vor einiger Zeit hörte ich sie über mich reden. Man erzählte von mir und meiner Zeit. Von damals. Hatte man mich doch nicht vergessen? Würden sie wiederkommen und mich wieder brauchen?
Ich konnte nicht verstehen, worüber sie noch sprachen, warum sie über mich sprachen. Vielleicht wollten Sie mich holen, um mich endgültig wegzubringen. Dann war es auch schon wieder vorbei. Und sie kamen nicht, um mich zu holen. Um mich zu brauchen. Es schien, als wären es nur kleine Erinnerungen an früher gewesen.

Eines Tages jedoch, bemerkte ich seine Anwesenheit. Er bahnte sich seinen Weg zu mir. Durch all das Gestrüpp, das mich seit ewiger Zeit zugewuchert hatte. Wie dieser Prinz, der Dornröschen befreite. Eine Geschichte, die sie ihren Kindern erzählten.

Mit lautem Getöse wurde es licht um mich herum. Ich bekam zuerst Angst, man würde mich nun doch holen und mich für immer fortbringen.
Nach und nach fielen die mannshohen Unkrautstauden und lagen schnell verdorrend in weitem Umkreis um mich herum. Und da merkte ich, wie er mich voller Neugier, Interesse und Begeisterung anschaute. Ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mich zuletzt jemand so betrachtete. Ich spürte, dass er es ernst mit mir meinte und seit vielen Jahren überkam mich erneut der alte Stolz, doch noch gebraucht zu werden.
Als er ging, dachte ich zuerst, sein Interesse sei bereits erloschen. Wie beim letzten Mal. Doch irgendwie wusste ich auch, dass dies nur der Anfang von etwas war, das ich noch nicht erahnen konnte.

oldtruck-1

Am nächsten Tag kam er wieder. Und er brachte seine Freunde mit. Sie lachten und schienen ebenso begeistert und fasziniert von mir, dass ich vor Spannung und Freude kaum denken konnte. Sie blieben mehrere Stunden. Sie saßen und standen auf mir, kletterten in mich hinein, lehnten entspannt an mir und manchmal streichelten sie sogar fast zärtlich mein altes, rostiges Gerippe.
Ein anderer fotografierte sie. Und mich. Das war mehr als ich je hätte erträumen können. Sie würden diese Bilder anderen zeigen. Und mich.

Als sie dann gingen, wusste ich, dass sie wiederkommen würden und womöglich sogar andere. Sie interessierten sich wieder für mich.
Ich bin alt. Aber sie brauchen mich.

Bandshooting mit PackEis

Facelift, Baby!

„Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe“ heißt es im Volksmund. Ich traf bisher leider noch keinen waschechten Schuster, sodass ich das nicht beurteilen kann. Als Mann bin ich klischeebedingt nicht unbedingt ein Ein-Paar-Schuhe-Träger, aber ich trage ein spezielles Paar am liebsten und am häufigsten. Wenn sich für mich ein Schuster lohnen würde, würde ich dieses Paar wohl so oft als möglich reparieren lassen.

Wie dem auch sei, trage ich zwar nicht die schlechtesten Schuhe, aber oftmals trifft das Sprichwort naturgemäß auch auf andere Berufsgruppen zu. Bei Kfz-Mechanikern rappelt gerne mal der Auspuff, bei Schreinern klemmen Türen, der Friseur könnte längst einen modernen Haarschnitt vertragen. Wobei ich das mit dem Friseur auch nicht wirklich beurteilen kann. Aber das ist eine ganz andere Sache.

Als Webdesigner jedoch schon und so war es auch hier längst an der Zeit etwas für meine eigene Website zu tun. Sie war sicher nicht die schlechteste, doch wenn man bereits beauftragte Websites von Kunden mit modernsten Mitteln umsetzt und die eigene technologisch bereits graue Haare bekommt, dann wird es Zeit auch selbst auf ein neues Pferd zu satteln.

Und dies ist nun geschehen. Der Anfang ist gemacht. Tadaaa!

Mach’s responsive

Da solche Um- und Neubauten durchaus viel Arbeit machen – Vorplanung, Entwurf, Umsetzung – wird es diesmal in mehreren Phasen passieren. Der erste Schritt war es, den Unterbau zu verbessern.

Zuvor war HTML5 und CSS3 nur sehr rudimentär eingebaut, da ich es aufgrund der Browserabdeckung scheute. Am Ende machte ich mir jedoch nicht die Mühe meinen speziellen „Freund“ den Internet Explorer zu unterstützen. Nicht-Webdesigner werden das wohl nie verstehen, aber der Browser von Microsoft ist ein Graus. Aber das walze ich nun hier nicht aus.

Nun jedoch sind die ersten großen Schritte nach HTML5 und CSS3 gemacht und es ist gut.

Das nächste große Ding ist in aller Munde. Zumindest in einschlägigen Kreisen. Das Ding nennt sich

„Responsive Webdesign“

Klingt toll, aber fast schon abgedroschen. Dennoch steckt dahinter genau das, was modernes Webdesign braucht: das Layout passt sich an. Und zwar auf unterschiedliche Clientumgebungen. Genauer: ganz gleich auf welchem Gerät oder Webbrowser die Site betrachtet wird, sollte diese stets optimal(!) angepasst sein. Egal, ob man auf einem 21 Zoll Monitor, einem Tablet oder Smartphone surft, die Site sollte immer benutzbar sein und dabei eine gute Figur machen.

Wo zuvor alles grid-based war, ersetzen nun Media Queries und Fluid Layout das Geschehen. (wenn ich das so nachlese, sind wir Webdesigner und -entwickler auch nicht besser als Marketing-Hipster und BWL-Fuzzis, was das Buzzwording angeht. Oh!)

Achtung: Geschmackssache!

Ja, das ist viel technisches Geblubber, was den gemeinen Internet-Besucher hier wohl wenig juckt. Weil das alles nicht nur schön klingt, sondern auch irgendwie nach etwas aussehen soll, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und die Optik ebenfalls aufgehübscht. Wobei dies auf Basis der bestehenden Inhalte und weil das andere eben nicht wenig Arbeit ist, erst einmal „nur“ ein Facelifting bedeutete. Die Phaseneinteilung soll sich ja am Ende auch lohnen.

Daher wird es in der nächsten Zeit noch weitere Veränderungen geben. Dazu nur diese Stichworte: Art Direction, PhotoBlog und mehr Fotos.

Wer möchte, erfährt dann später mehr. Einfach immer wieder hereinschauen oder meine anderen Kanäle (s.u.) checken. Bei Twitter und Facebook bin ich häufiger. Nur falls Ihr mich dort mal treffen wollt.

Ach ja, eines noch: Ich wünsche mir mehr Feedback. Kommentare sind in den Beiträgen möglich. Man kann diese auch bei Twitter oder Facebook teilen. Ihr könnt mir auch gerne eine Nachricht schicken. Weitere Interaktionsmöglichkeiten sind angedacht.

So. Genug geschwafelt. Ich hoffe, allen treuen und neuen Besuchern gefällt es hier. Viel Spaß noch.

Ein paar Takte zur Konzertfotografie

So vielfältig die Fotografie und ihre Möglichkeiten sind, so vielschichtig ist mein Interesse daran und der blasse Wunsch irgendwie alles damit machen zu wollen. Doch wie im richtigen Leben, kann man sich vom Füllhorn der Inspiration und Kreativtät nur kleine Happen gönnen.

Da sich mir dieses Terrain durch den engen Kontakt mit einer rheinhessischen Rockband derzeit einfach anbietet, ist Konzertfotografie gerade ein Schwerpunkt für mich. Konzertfotografie ist so ein großes Wort, wenngleich die Band für die ich bisher die meisten Aufträge dazu bekomme, noch längst nicht von großen Konzerten reden kann. Obwohl das Potential zu größerem definitiv auf der Hand liegt. Auch in Anbetracht der Fotografen, die wirklich die Chance haben die ganz Großen auf der Bühne zu fotografieren, bin ich diesbezüglich sicher nur ein ganz kleines Licht. Doch das möchte ich nicht unter den Scheffel stellen, denn auch die Großen fingen bekanntlich einmal klein an.
Mir macht es einfach Spaß und ich denke, darauf kommt es am meisten an. Na ja, und dass dem Auftraggeber, in diesem Falle die Band, die Fotos gefallen und sie damit auch ein gutes Promotion-Mittel zur Hand haben.

PackEis - Rabenkopf Open Air 2011

 Konzertfotografie gehört in gewissem Sinne auch zu den größeren Herausforderungen an den Fotografen. Zumal er hier nicht wie im Studio, die Möglichkeiten der Lichtbeeinflussung und -führung hat. Im Gegenteil, man ist derart ausgeliefert, was die jeweilige Location mit sich bringt und der Lichtmixer einem präsentiert. Vorausgesetzt es gibt dafür jemanden.

Nicht, dass Studiofotografie per se einfacher sei, aber die widrigen Umstände, denen man sich im Bühnengraben anpassen muss, ist ungleich schweißtreibender.

Auch wenn man immer wieder über die Technik als jene Komponente diskutiert, die eben nicht alleine das gute Foto ausmacht, ist sie bei der Fotografie einer Bühne und dem dazugehörigen Event keineswegs zu vernachlässigen.
Ich will hier gar nicht groß auf Dinge eingehen, die zuhauf bereits anderweitig in Tutorials und Blogbeiträgen beschrieben und erklärt wurden. Ich möchte hier kurz meine Art der Konzertfotografie beschreiben und begründen, warum ich bestimmte Dinge genau so mache.

Auschlag gab hierzu ein Kommentar der bereits zitierten Journaille, der von mir ein Foto des letzten Auftritts der Band PackEis haben wollte. Auf meine Aussage „ich fotografiere die Band immer ohne Blitz“ wiegte er den Kopf und klugscheißte, dass man „richtig geblitzt“ auch gute Fotos bekäme. Für einen Reporter, der ein bis zwei Motive für einen Zeitungsartikel benötigt, mag das stimmen und in Ordnung sein. Für jemanden, der aber das gesamte Konzert mit der Kamera dokumentieren möchte, ist ein Blitz ein absolutes Tabu. Stellen Sie sich als Musiker vor, der fortwährend aus dem Bühnengraben durch Blitzlichtgewitter aus dem Konzept gebracht wird. Ich hätte diesen Fotografen einmal und nie wieder engagiert.

Big Daddy Wilson 2011

 Und ich bin mittlerweile überzeugt, dass es auch nicht notwendig ist. Das richtige Material vorausgesetzt kommen einige sehr gute Fotos zustande, die Situation und Stimmung nahezu optimal einfangen und damit dem gesamten Auftritt Rechnung tragen.

Als erstes sei hier das lichtstarke Objektiv erwähnt. Je größer die Offenblende, desto besser (nicht für alles und nicht immer, aber das ist ein anderes Thema). Optimal über den gesamten Brennweitenbereich, falls man mit einem Zoomobjektiv fotografiert. Perfekt ist sowieso immer und besonders beim Konzert eine lichtstarke Festbrennweite ab mindestens 1:2,8, besser aber noch größerer Blende. Ob 50 mm oder wenn man weiter weg ist auch 100 mm oder mehr, Hauptsache die Linse lässt viel Licht durch.

Um dennoch bei diffusen bis dunklen Lichtverhältnissen aus der Hand noch wackelfrei arbeiten zu können, sollte die Lichtempfindlichkeit des Films oder Chips recht hoch sein. Im Digitalen, welches meine Art der Fotografie ist, kann man erst ab ISO 1600 und mehr vernünftig arbeiten. Doch selbst ISO 6400 stösst leicht an seine Grenzen.
Selbst bei der besten Kombination von Lichtstärke und -empfindlichkeit bleiben Belichtungszeiten von maximal 1/60 s kaum aus. In lichten Momenten, wenn es der Mixer will, können selten auch mal 1/125 s oder gar 1/250 s herauskommen, doch darf man das keineswegs erwarten.

PackEis - Rabenkopf Open Air 2011

Am Ende ist es, neben dem Fotografen, der Autofokus, der sich im Zwielicht regelrecht abrackern muss. Auch hier ist High-Speed und hohe Empfindlichkeit gefragt. AF-Hilfslicht dagegen, ist zusammen mit dem Blitz gefälligst auszuschalten, denn nichts nervt mehr, als bei jedem Druck auf den Auslöser von einem grellen Schein geblendet zu werden. Manuell zu fokussieren, ist nur etwas für Katzen oder Fotografen mit katzenhaften Augen. Dem Autofokus die Servoeinstellung zu gönnen kann unter Umständen nicht schaden, um einfach schnell auf wechselnde Motive reagieren zu können. Ich bevorzuge weiterhin den One-Shot-Fokus und habe mir den Fokustaster auf den „Back-Button“ gesetzt. So kann ich fokussieren und nachführen. Mit ein wenig Übung geht das recht schnell vonstatten.

Wer nun denkt, dass Bildrauschen dann jedes noch so schöne Motiv kaputt macht, sollte sich darüber klar werden, dass Konzertfotos einer Rockband (oder auch anderer Musiker) wohl kaum für Hochglanzmagazine oder riesige Plakate gedacht ist. Aber selbst das ist im Grunde mit der entsprechenden Auflösung der Kamera und mit der passenden Nachbearbeitung auch heutzutage kein wirkliches Hindernis mehr. Oder man kann der Körnung oder dem Rauschen einen gewissen Reiz abgewinnen, so wie ich.
Bewegungsunschärfe (nicht Verwackeln!) aufgrund der hohen Belichtungszeiten sind meines Erachtens ein absolutes Muss für die stimmige Bildgestaltung, wenn richtig gerockt wird. Daher keine Angst vor Wischiwaschi.

RoughZone 2011

 Oh ja, die Nachbearbeitung. Nachbearbeitung ist für mich persönlich immer ein Muss. Egal wie und was ich fotografiere. Sie gehört zum fotografischen Prozess dazu. Schlicht und ergreifend. Jeder wie er will, aber das pure Foto aus der Kamera lässt selbst bei bester Profitechnik oft sehr zu wünschen übrig. Flau die Kontraste, matt die Farben, flach die Tonwerte.

Bei den sehr häufig bunten Lichtorgien eines Bühnenevents, kommt es nicht selten vor, dass die Fotos roh aus der Kamera aussehen, als seien sie durch den entsprechenden Farbfilter belichtet. Wo unser Auge oder besser das Gehirn solche krassen Farbstiche und -tönungen geschickt auszugleichen weiß, finden die Photonen gänzlich ungeniert und ungefiltert den Weg zum Chip (oder Film). Solche Fotos sehen hinterher nur wenig realistisch aus.

Also, bleibt einem als Fotograf oft nur der Griff in die Trickkiste der (digitalen) Dunkelkammer. Aber auch dabei fängt es schon an, wie das Motiv auf das Aufzeichnungsmedium gelangt. Bei klassischem Film gibt es da sicher auch spezielle Materialien, doch ich bevorzuge die digitale Speicherung im RAW-Format. Hier bleibt das komplette Spektrum der nachträglichen Überarbeitungsmöglichkeiten der meisten Eigenschaften des Fotos erhalten. Mit JPEG wäre man schon beim Weißabgleich zu sehr eingeschränkt. Rauschreduzierung nahezu unmöglich, Tonwertbereiche erheblich verringert. Zumal durch die Kompression in vermeintlich schwarzen Bereichen keine Details mehr zu erwarten wären, wo man bei RAW oft noch Zeichnung herausholt. RAW ist bei der Dynamik eines Rockkonzerts jedoch ebenfalls nur mit einem schnellen Aufnahmemedium der entsprechenden Kamera und dem genügend großen Puffer erst richtig lustig.  

PackEis - Dudelsack 05/2012

Ich selbst bin noch ein gutes Stück vom für Konzerte optimalen Equipment entfernt und es ist bei manchen Ereignissen nur der Masse an geschossenen Fotos zu verdanken, dennoch eine gute Ausbeute an brauchbaren Endprodukten erlangt zu haben. Daher gehört abschließend zur Materialschlacht natürlich – wie immer – die Fähigkeit des Fotografen dazu, die richtigen Momente zu sehen und mit schnellem Reaktionsvermögen das Motiv festzuhalten. Wobei ich auch hier ständig einem Lernprozess ausgesetzt bin.
Und im Grunde kann man – eben wie immer – all die guten Ratschläge wieder vergessen und einfach den eigenen Ansprüchen gemäß und mit dem was einem zur Verfügung steht, gute Fotos machen. „Gut“ im Sinne des Betrachters.

Für mich gilt das Gesagte und all das macht Konzertfotografie für mich zu einem Erlebnis.

PackEis und Tazer im Dudelsack Bad Kreuznach

Ja, PackEis rockte wieder und ich war ebenfalls wieder mit der Kamera dabei. Mich begeistert – außer der Musik – welche Erfahrungen diese Band auf ihrem Werdegang macht und wie auch ich von der Kreativität und der Begeisterung angesteckt werde. Nicht umsonst, erscheint es, als gäbe es hier kein anderes Thema.

Wie auch immer, entstanden wieder einmal massig Fotos, von denen ich hier wieder eine Auswahl zum Besten gebe. Als Vorgruppe spielte erneut Tazer, die ebenfalls ordentlichen Rock’n’Roll bieten. Ich freue mich auf deren erste CD.

Der kleine Wermutstropfen, der bei mir für etwas Ärger sorgte, hat sich schnell verflüchtigt und PackEis bekam trotz Hin und Her recht gute Promotion in den regionalen Tageskäseblättern.

Nun aber zu den Fotos. Viel Spaß.
(Klick auf das Thumbnail für vergrößerte Ansicht)

Selbstbedienungs-Journalismus

Die ganze Diskussion um das Urheberrecht, welche im Netz, in der Gesellschaft und der Politik geführt wird, geht mir im Moment ziemlich auf den Geist. Insbesondere, da Meinungen und Aussagen immer häufiger verzerrt, vermischt oder aus dem Kontext gerissen werden. Also im Grunde wie bei allen anderen Themen auch, wenn es heiß und kontrovers zugeht.

Ich habe zwar eine ganz eigene Einstellung dazu, halte mich aber vom verbalen Kampfgetümmel zwischen den einzelnen Meinungsparteien fern. Doch nun geriet ich am Wochenende erneut selbst in den Entscheidungszwang, wie ich mit meinem Urheberrecht bezüglich von mir gemachten Fotos umgehen soll. Ich war und bin verärgert und verunsichert.
Aber kurz zum Hintergrund.

Am Samstag spielte meine Lieblings-Rockband PackEis in Bad Kreuznach im Musikkeller „Dudelsack„. Eine für die Provinz recht bekannte und einschlägige Plattform für junge Musikkünstler aller Art, die damit eine Chance haben, sich einem vergleichsweise „großen“ Publikum zu präsentieren.

Wie dem auch sei, PackEis spielte dort und es war wieder einmal ein großartiges Konzert, der ebenfalls noch recht „jungen“ Band. Mir gefällt es zumindest.
Da ich quasi zum inoffiziellen fünften Bandmitglied zähle, war es für mich erneut eine gute Gelegenheit den Auftritt durch Fotos zu dokumentieren und schoss fleißig Bilder (demnächst auf diesem Kanal).
Am Ende der Veranstaltung – man stand natürlich noch mit kühlen Getränken zum Plausch beisammen – trat ein freier Journalist dazu, der Artikel und Reportagen für die regionalen Zeitungen schreibt. Dieser, so seine Begrüßung, sei wohl zu spät gekommen, obwohl er Material für einen Beitrag sammeln wollte und nun diesen besonders mangels Foto nicht schreiben könne. Weil die Band die potentielle Werbung schwinden sah, wurde dahingehend schnell auf mich verwiesen.

Und nun kam es zu dem Ärgernis.

Der Journalist fragte zwar anfangs freundlich nach, ob ich ihm ein Foto für den Artikel zur Verfügung stellen könne, doch auf meine Bitte zumindest mich als Urheber zu nennen wiegelte er prompt mit einem „das geht partout nicht“ ab. Mir ist bewusst warum, denn sehr wahrscheinlich kann er für ein fremdes, nicht von ihm erstelltes Foto von der Redaktion der Zeitung kein Honorar verlangen. Geschweige denn, müsste er unweigerlich einen mühsamen Nutzungsrechtevertrag besiegeln, welches ihm und vor allem der Zeitung das Recht zu Veröffentlichung einräume. So zumindest nach deutschem Recht.
Dennoch geriet ich hier in einen Interessenskonflikt. Zum einen gönne ich meiner Lieblingsband die potentielle Promo aufgrund eines Artikels in einer Regionalzeitung mit recht hoher Auflage, dennoch wollte ich nicht, dass ein anderer mit meinem Foto stinken geht und dafür sogar noch Tantieme einsackt, während ich leer ausginge. Denn trotz meiner Bedenken kam die Journaille mir mit keiner möglichen Alternative entgegen. Nicht, dass ich unbedingt Geld für mein Foto haben wollte, aber ein vernünftiges Geschäftsgebahren sieht für mich anders aus.
Desweiteren schien er ebenfalls wenig erbaut, dass ich ihm das Foto – wenn überhaupt – frühestens am Abend des Folgetages zur Verfügung stellen könnte. Sichtung, Bewertung, Auswahl und Nachbearbeitung von rund 200+ Fotos, wie sie bei diffusen Lichtbedingungen und der Dynamik eines Rockkonzerts gerne anfallen, um wenigstens ein paar brauchbare zu haben, ist zwar heutzutage mit den passenden Software-Tools keine Mühe mehr, kostet aber Zeit. Und Muttertag war auch noch.
Im Ernst: was denkt sich jemand, der einfach so angeschlurft kommt, das Ereignis verpasst und dann noch mosert, dass er das Foto nicht so bekommt, wie es ihm passt.

Liebe Journalisten, ich hoffe inständig, dass es sich hier nicht um ein Standard-Verfahren handelt. Ich verstehe, dass Journalismus ein Geschäft auf Zeit und Geld ist, aber wie mit Material anderer umzugehen ist, hat doch bitte schön auch mit einer gewissen Ethik zu tun. Ich halte mich nicht für einen Profifotografen, da ich derzeit nur sporadisch meine Leistung als Fotograf mit wirtschaftlichen Interessen verbinde, bin jedoch auch kein Hobbyknipser, der ein paar Schnappschüsse eines Konzerts macht, sondern setze diese mit einem gewissen kreativen Anspruch um. Diese Art und Weise, wie man Fotos anderer erhascht und verwertet, grenzt an „kleine“ Piraterie, da fremde Fotos als die eigenen verkauft werden.

Dies ist womöglich nur ein besonderer Fall, da es mir frei stand ein Foto abzugeben, aber im Sinne der Band die Promotion ermöglichen möchte. Die Fotos dienen im Grunde diesem Zweck, jedoch mehr der „künstlerischen“ Darstellung und weniger der Dokumentarischen.

Für die Band und mich, haben wir nach dieser Aktion ein Verfahren abgesprochen, wie wir in Zukunft damit umgehen. Doch ärgert mich dieses Selbstverständnis des Journalisten sich einfach zu bedienen ohne Möglichkeiten der Vergütung oder ähnlich angemessene Alternativen.
Ich würde es ernsthaft begrüßen, dass es sich hierbei nur um einen Einzelfall handelt, ansonsten wäre das ein Armutszeugnis für den freien Journalismus.

UPDATE 15.08.2012:

Leider ist dies wohl kein Einzelfall und wohl auch gängige Praxis bei den „Großen“, wie Paddy nun ebenfalls leidvoll berichtete.

Digital Painting Portrait

Immer wieder mal greife ich zu traditionellen Mal- und Zeichenwerkzeugen und kritzele oder zeichne irgendetwas, aber leider immer noch zu selten und mit großen Abständen. Fast nie so ausgearbeitet, dass es zum Veröffentlichen reicht.

Doch nun fasziniert mich seit einiger Zeit das „digitale Malen“ und ich experimentiere schon eine Weile sporadisch damit herum. Nun wagte ich auch mal mehr und wurde damit sogar fertig. So entstand mein erstes mit dem Zeichentablett gemaltes Porträt von einer ähnlichen Fotovorlage. (Klick auf das Bild für Vergrößerung.)

Digitales Malen ersetzt keineswegs traditionelle, „analoge“ Techniken, sondern es ist einfach ein neues Medium, welches erstaunliche Möglichkeiten bietet. Ich bin infiziert und werde wohl noch öfter etwas am Rechner malen. Aber ganz bestimmt auch wieder mehr analog.